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Jahrbuch 2019

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Aktuelle Infos

100-jähriges Jubiläum wirft seine Schatten voraus

Das große Jubiläum des Heimatbundes im nächsten Jahr, sein 100-jähriges Bestehen, war jetzt Thema des Studientages des Geschichtsausschusses. Über 50 interessierte Teilnehmer lauschten im Antoniushaus in Vechta den Referenten, die die verschiedenen Aspekte der Geschichte des Vereins kritisch beleuchteten.


Die Zeit von der Gründung des Heimatbundes am 8. Dezember 1919 bis in die 1950er Jahre stellte der Geschichtsausschussvorsitzende, Dr. Michael Hirschfeld, in seinem Vortrag in den Fokus. So sei die Entstehung des Zusammenschlusses eine Reaktion auf die Niederlage Deutschlands im Ersten Weltkrieg und das Zerbrechen der gesamten Gesellschaftsordnung gewesen. Dabei habe man sich an dem 1915 in Münster ins Leben gerufenen Westfälischen Heimatbund gewesen.


Zur Massenbewegung sei der Heimatbund für das Oldenburger Münsterland nie geworden, aber es sei gelungen, soe Hirschfeld aufgrund seiner Nachforschungen, die ländlichen Bildungseliten, vor allem Lehrer und Geistliche, mit ins Boot zu holen. Eine größere Breitenwirkung erreichte der Heimatbund mit der mit initiierten Gründung eines Heimatmuseums, des heutigen Museumsdorfes in Cloppenburg.


Prof. Dr. Joachim Kuropka sprach über den Heimatbund in der Zeit des Nationalsozialismus. Seit 1937 von den Nazis gleichgeschaltet, sei eine selbstbestimmte Arbeit nicht mehr möglich gewesen. Einzig die Bemühungen um die Gründung des Museumsdorfes wurden erfolgreich voran getrieben, vor allem durch das Heimatbund-Führungsmitglied Heinrich Ottenjann, dem späteren ersten Museumsdorf-Direktor.


Dass das Museumsdorf ein Kind des Heimatbundes ist, bestätigte auch dessen ehemalige Leiter Prof. Dr. Uwe Meiners. Dabei habe Heinrich Ottenjann von Beginn an eine überregionale Wahrnehmung des Museumsdorfes angestrebt und dieses dadurch vom Gedanken der Heimatbewegung gelöst, so Meiners weiter. Um seine Ziele zu erreichen, sei Heinrich Ottenjann ein guter Stratege gewesen, gepaart mit ein wenig Opportunismus. Nach dem Zweiten Weltkrieg sei der Museumsdorfgründer in die europäische Riege der Volkskundler aufgenommen worden.


Andreas Kathe thematisierte die Odyssee der vom Heimatbund gegründeten Heimatbibliothek und Benno Dräger nahm die Beziehung zwischen dem Heimatbund und den Heimatvereinen in den Blick.


Die Forschungsergebnisse sollen, so Hirschfeld abschließend, im Jubiläumsjahr veröffentlich werden.