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Eindrücke aus der Stadt des weißen Goldes

Die Teilnehmer der Wanderfahrt aus dem Oldenburger Münsterland trotden bei der Hafenbesichtigung dem schlechten Wetter, Foto: Bokop

 Lüneburg als 1050 Jahre alte Salz und Hansestadt war 2017 Ziel der Wanderfahrt des Heimatbundes Oldenburger Münsterland. Im Fokus der Fahrt standen dabei insbesondere die mittelalterliche Architektur der Backsteingotik sowie die romantischen, historischen Giebel. Lüneburg als „Stadt des weißen Goldes“ erlangte im Mittelalter durch den Handel mit Salz Reichtum und Ansehen. Zudem ist Lüneburg eine der wenigen Norddeutschen Städte, die ihren historischen Kern unzerstört durch den Zweiten Weltkrieg retten konnte.


Der Tagesausflug des Heimatbundes begann mit einer Führung durch die Stadt und das historische Rathaus Lüneburgs. Mit dem Bau dieses beeindruckenden Gebäudes wurde um 1230 begonnen. Über die Jahrhunderte immer weiter ergänzt, wurde es so zum größten mittelalterlichen Rathaus Norddeutschlands. Die nach und nach entstandenen Erweiterungen des Gebäudekomplexes werden beispielsweise an der Außenfassade, aber auch im Inneren des Rathauses deutlich. Die Reisegruppe bewunderte in der Großen Ratsstube, die als Meisterwerk der Renaissance gilt, Eichenholzschnitzereien von Albert von Soest und Wandmalereien von Daniel Frese. Auch die Gerichtslaube mit einem Wandgemälde des Jüngsten Gerichts aus dem späten 15. Jahrhundert, die nach wie vor erhaltenen spätgotischen Fenstergläser und dem Boden im Originalzustand des 14. Jahrhunderts standen auf dem Programm.


Während der Stadtführung wurde unter anderem der Hafen besichtigt. Dort steht noch heute die Barockfassade des Alten Kaufhauses sowie der Alte Kran, ein historischer Hafenkran am ehemaligen Ilmenau-Hafen. Der Kran wurde 1797 erbaut und zählte damals zu den leistungsfähigsten Kränen in ganz Norddeutschland. Bis heute prägt er das Bild des Wasserviertels und gilt als eines der Wahrzeichen der Stadt, er besteht seit seiner Erbauung nahezu unverändert. Zwei große Laufräder in seinem Inneren ermöglichen bis heute das Heben und Senken des Kranseils. Bereits 1330 wurde urkundlich ein Kran am Standort des heutigen Krans im Lüneburger Hafen erwähnt. Damals diente er vor allem dem Betrieb der Lüneburger Saline, welche der Stadt im Mittelalter zu Ruhm und Wohlstand in der Hanse verhalf.


Die Zweite und letzte Station der Reisegruppe stand ganz im Zeichen des Themas Reformation: Das Kloster Lüne begeisterte seine Besucher schon von außen. Es befindet sich kurz vor den Toren der Stadt, eingebettet in weitläufige Gartenanlagen. 1170 gegründet und 1380 nach einem Großbrand wiederaufgebaut beeindruckte es als eine der schönsten und ältesten Sehenswürdigkeiten Lüneburgs. Der Kreuzgang, die Kirche von 1412 und der Nonnenchor sind bis heute ebenso gut erhalten, wie der ehemalige Schlafraum im Obergeschoss. Sehenswertes hier war unter anderem ein Bild auf dem Altar des Nonnenchors, ein Original von Lucas Cranach dem Älteren. Auch die Wandmalereien aus der Zeit um 1500 im Refektorium des Klosters hinterließen einen nachhaltigen Eindruck. Während der Reformation leisteten die Nonnen des Klosters Widerstand. Zwar wurde bereits 1528 auf Veranlassung des Herzogs Gottesdienst in deutscher Sprache gefeiert, doch die vollständige Annahme der lutherischen Lehren durch den Konvent dauerte noch bis zum Jahre 1562. Außerdem beherbergt das Kloster ein Café, so dass die Heimatbund-Gruppe bei einer Kaffeetafel im Winter-Rempter freigelegte Wand- und Deckenmalereien bewundern konnte. Abschließend bot sich die Gelegenheit eines kurzen Spaziergangs durch den Klostergarten.