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Rege Beteiligung beim Thema Agrargeschichte

"Die Geschichte der Landwirtschaft im Oldenburger Münsterland ist erst unzureichend aufgearbeitet." Diese Negativbilanz zog Privatdozent Dr. Michael Hirschfeld zu Beginn des diesjährigen Studientages des Heimatbundes. Deshalb hatte der Historiker von der Universität Vechta als Organisator des Studientags vier namhafte Fachleute für Agrargeschichte in die Katholische Akademie Stapelfeld eingeladen. Auf dem FOTO sind zu sehen (v.l.n.r.): Dr. Michael Hirschfeld, Dr. Christian Westerhoff, Dr. Michael Schimek, Heimatbund-Präsident Hans-Georg Knappik, Prof. Dr. Werner Rösener und Prof. Dr. Bernd Mütter. Der Oldenburger Professor Dr. Bernd Mütter sprach über Viehzucht während der Industrialisierung und unterstrich Hirschfelds Befund, wenn er von einem negativ eingefärbten Bild der Landwirtschaft sprach, das nicht nur in der Gesellschaft allgemein, sondern auch in der Wissenschaft vorherrsche. Deshalb, so Mütter, würde die Thematik von der Forschung kaum aufgearbeitet. Und Dr. Christian Westerhoff, Leiter der Bibliothek für Zeitgeschichte in Stuttgart, stellte fest, dass die letzten Studien zum Heuerlingswesen aus den 1950er Jahren stammten. Sein Vortrag über das lange Ende des Heuerlingswesens am Beispiel seines Heimatdorfes, der Dammer Bauerschaft Ossenbeck, stieß daher auf großes Interesse bei den gut 50 Tagungsteilnehmern. Wie spannend Agrargeschichte sein kann, belegte auch Professor Dr. Werner Rösener aus Göttingen. Der aus Bokern bei Lohne stammende überregional bekannte Experte für Agrargeschichte verstand es, auf leicht verständliche Weise die komplizierten Grundherrschaftsverhältnisse und ländlichen Sozialstrukturen in Mittelalter und Früher Neuzeit zu erklären. Zudem plädierte Rösener für eine stärkere Einbeziehung der Umweltgeschichte bei künftigen Forschungsvorhaben. Dr. Michael Schimek, Leiter der bauhistorischen Abteilung im Museumsdorf Cloppenburg, skizzierte die Bemühungen des oldenburgischen Staats um Gründungen von Kolonien auf Heide- und Ödlandflächen im Kreis Cloppenburg. Damit sei das bevölkerungspolitische Ziel verbunden gewesen, die Auswanderung zu verhindern. Die rege Diskussion über die einzelnen Beiträge wertete Dr. Hirschfeld abschließend als erfreuliches Zeichen für das breite Interesse an der Themenstellung und stellte eine Veröffentlichung der Beiträge im kommenden Jahr in Aussicht.