Vorstellung des Heftes 10
der Roten Reihe
Sitzung des
Familienkundlichen Arbeitskreises am 20.02.2002
in Dinklage
Heute habe ich die Freude, Ihnen eine neue Veröffentlichung des Heimatbundes vorzustellen. Es ist das Heft 10 der „Roten Reihe“, die Arbeiten des Familienkundlichen Arbeitskreises umfasst. Der Titel der Schrift lautet:
für das Amt
Vechta.
In der Zeit von 1984 bis zum Jahre 2001 brachte der Familienkundliche Arbeitskreis im Geschichtsausschuss des Heimatbundes nunmehr zehn Hefte seiner „Roten Reihe“ in den Druck. Nicht ohne Stolz rufe ich Ihnen die einzelnen Titel in Erinnerung:
Heft 1 Walter Denis
„Gegenstand und Methoden der Familienkunde“
Heft 2 Joseph Kampschulte
„Seelenverzeichnis der Pfarrei Lohne aus dem Jahre 1703“
Heft 3 Josef Kampschulte (nicht mehr lieferbar)
„Personennamen - Versuch einer Deutung (zu Heft 2)“
Heft 4 Deeken und Stuke
„Nachfahrenliste der Familien Glup, Friesoythe“
Heft 5 Walter Deeken (nicht mehr lieferbar)
„Sebaldus Pancratz und seine Nachfahren“
Heft 6 Peter Sieve (nicht mehr lieferbar)
„Personenschatzungsregister des Amtes Cloppenburg von 1473“
Heft 7 Walter Deeken (nicht mehr lieferbar)
„Nachfolger des Wempe Krose“
Heft 8 Franz-Josef Tegenkamp (nicht mehr lieferbar)
“Status Animarum Bakum 1703”
Heft 9 Franz-Josef Tegenkamp
„Das Willkommschatzungsregister von 1568 für das Amt Vechta“
Heft 10 Franz-Josef Tegenkamp
„Das Personenschatzungsregister von 1549 für das Amt Vechta“
Nach Wiederaufnahme der Arbeit im Familienkundlichen Arbeitskreis vor vier Jahren am 21. April 1998 hat der jetzige Kreis bislang drei Arbeiten in Druck gegeben. Angesichts der Tatsache, dass die Arbeit von Herrn Huhnt über eine Lohner Volkszählung im 19.Jahrhundert nur darauf wartet, vervielfältigt zu werden, darf man ohne Übertreibung feststellen,
§ der Arbeitskreis hat es geschafft, in jedem Jahr eine Arbeit zu publizieren.
Dafür sagen ich dem Arbeitskreis und seinem Vorsitzenden, Herrn Dr. Hachmöller, Dank. Dank gebührt dem Arbeitskreis auch für seine Auswahl des Schwerpunktes seiner Veröffentlichungen, den er nicht sah auf dem Gebiet einzelner Familienchroniken, sondern in der Bereitstellung von Unterlagen zu einer weiterführenden Forschung. Mit den Steuerregistern haben viele Familienforscher eine Hilfe erhalten, die sie in die Lage versetzt, Erkenntnisse aus einer Zeit zu gewinnen, die noch keine Kirchenbücher mit Daten über das Leben einzelner Menschen kannte.
Wenn der Familienkundliche Arbeitskreis heute wieder das Register einer Schatzung der Öffentlichkeit präsentiert, so ist es angebracht, kurz etwas zu Schatzungen zu sagen. Die Schatzung gehörte zu den ordentlichen Steuern, mit denen die Landesherren in der beginnenden Neuzeit ihren wachsenden Bedarf an Finanzmitteln zu decken suchten. Neben den indirekten Steuern, also Verbrauchssteuern, gab es zuerst die Bede
§ Sie ist die älteste direkte Steuer, ursprünglich eine freiwillige [„erbetene“] Unterstützung des Landesherrn.
Die Schatzung war dann eine außerordentliche Landsteuer, mit der der Landesherr bei Finanzbedarf über die ihm zustehende Bede hinaus Einnahmen erzielen konnte. Sie musste jeweils von den Landständen bewilligt werden.
Es gab unterschiedliche Schatzungen wie „Erbschatz“, „Viehschatz“, „Monatsschatz“, „Rauchschatz“ und eben den „Kopfschatz“, von denen vielfach mehrere gleichzeitig erhoben wurden.
Der Kopfschatz, den jeder Einwohner entrichten musste, der das zwölfte Jahr überschritten hatte, gehört zu den älteren direkten Steuern. Die Unterlagen für die Eintreibung des Kopfschatzes sind bis heute von besonderem Interesse, weil sie für den Nachweis der Steuern die Namen der steuerpflichtigen Einwohner enthalten. Schatzungsregister verdienen nicht allein das Interesse des Genealogen und des Bevölkerungsgeschichtlers, sondern auch die Beachtung des Volkskundlers. Denn sie enthalten wertvolle personengeschichtliche Daten, die für eine Rekonstruktion der spätmittelalterlichen oder frühneuzeitlichen Wohnbevölkerung eines Territoriums und ihrer sozialen Schichtung genutzt werden können.
Aus dem Gesagten mögen Sie ersehen, welch großen Nutzen der Familienkundliche Arbeitskreis mit seiner Publikationsarbeit leistet.
Von den Mitgliedern des Familienkundlichen Arbeitskreises möchte ich heute besonders hervorheben Franz-Josef Tegenkamp. Er hat sich nicht nur Verdienste erworben bei der Kontaktpflege zu Auswandererfamilien über den großen Teich nach Amerika. Er hat sich nicht nur eingebracht bei der Abfassung von Familien- und Dorfchroniken. Er ist heute zu erwähnen als der Verfasser von allein drei Veröffentlichungen des Familienkundlichen Arbeitskreises. Seiner exakten, sorgfältigen Arbeit verdanken wir
§ den STATUS ANIMARUM von 1703 für Bakum,
§ das Willkommschatzungsregister von 1568 für das Amt Vechta,
§ das Personenschatzungsregister von 1549 für das Amt Vechta.
Wir sagen Ihnen sehr herzlich Dank für Ihr Engagement, Herr Tegenkamp, und freuen uns schon jetzt auf Ihre weiteren Beiträge.
Als Ausdruck unseres Dankes übergebe ich Ihnen hiermit die ersten Exemplare des Heftes 10 der „Roten Reihe“.
Das Heft 10 der „Roten Reihe“ kostet 6,00 €.