Vorstellung Heft 12 der ROTEN REIHE am 03.09.2003
Ich freue mich, daß Sie der Einladung des
Heimatbundes zur heutigen Buchvorstellung gefolgt sind.
• Besonders willkommen sind uns die Damen
und Herren von der Presse; denn ohne ihre Arbeit und ohne ihr Engagement
würden manche unserer Bemühungen ins Leere laufen.
• Ein besonders herzliches Wort des
Willkommens gilt dem Landrat des Landkreises Cloppenburg, Herrn Hans Eveslage,
der mit seinem Kommen sein Interesse zeigt an der heute vorzustellenden
Dokumentation und damit an der Arbeit des Heimatbundes.
Der
Arbeitskreis für Familienkunde und Auswandererkontaktpflege veröffentlicht in
seiner ROTEN REIHE in diesem Jahr bereits das 12.Heft.
Der Arbeitskreis hat in den vergangenen Jahren immer wieder der Versuchung
widerstanden, einzelne überschaubare, vielleicht sogar prominente Familien zu
erforschen und deren Geschichte darzustellen. Stattdessen hat er sich der
Aufgabe unterzogen, Quellen zu veröffentlichen, die bislang noch nicht gedruckt
vorlagen. Indem der Arbeitskreis den Zugang zu neuem Quellenmaterial
erschließt, dient er einem breiten Kreis von Familienforschern und
Wissenschaftlern.
Die Hefte 9 und 10 waren für alle an der Familienforschung und der
Bevölkerungsentwicklung unserer Region Interessierten aufschlußreiche
Dokumente, vermittelten sie doch an Hand der für die Personenschatzung der
Jahre 1549 und 1568 angelegten Listen des vormaligen münsterschen Amtes Vechta
einen punktuellen Einblick in die Familien, die Bauerschaften und Dörfer und
das zu einem Zeitpunkt, für den es noch keine Kirchenbücher oder besondere
Einwohnerlisten gab.
• Franz-Josef Tegenkamp, der diese
beiden Hefte bearbeitete, hat sich damit bleibende Verdienste um die
Familienforschung im alten Amt Vechta erworben.
Um die Familienforschung im alten Amt Cloppenburg hat sich Peter Sieve verdient gemacht. 1981 veröffentlichte er schon „Das Personenschatzungsregister des Amtes Cloppenburg von 1473", eines der frühesten Dokumente, in dem Einwohner unserer Region namentlich nachgewiesen werden können. Diese Arbeit erschien als Heft 6 der Roten Reihe. Peter Sieve hat neben der Geschichte seiner eigenen Familie auch die Geschichte der Stadt Friesoythe im 18.Jahrhundert beschrieben. Erst vor kurzem veröffentlichte er seine Forschungen zur Lage von Zwangsarbeitern im Bereich der katholischen Kirche unserer Region während des Zweiten Weltkrieges. Heute freuen wir uns eine weitere Arbeit von ihm präsentieren zu können, nämlich
Das Personenschatzungsregister von 1549 für das Amt Cloppenburg.
Der
münstersche Landtag bewilligte im Jahre 1549 dem Landesherrn, Fürstbischof
Franz von Waldeck, die Erhebung einer einmaligen Kopfsteuer zur Behebung der
prekären finanziellen Situation des Hochstiftes. Von jeder über zwölf Jahre
alten Person sollten einheitlich drei Schillinge erhoben werden. Das für diese
Schätzung angelegte Register erfaßt 5389 Personen für das alte Amt
Cloppenburg. Darin wurden allerdings nicht nur die steuerzahlenden Bürger und
Bauern mit ihren Angehörigen aufgelistet, sondern auch der Adel, die
Geistlichkeit und Beamtenschaft.
Peter Sieve legt mit dem Heft 12 nicht bloß eine für jeden lesbare
Übertragung des Schatzungsregisters vor, er wertet es auch aus. Schon in der
Einleitung geht er nicht nur auf die Entstehung des Registers ein, er beschreibt
auch die Stellung von Adel, Geistlichkeit und Beamtenschaft im 16.Jahrhundert.
Eine Karte erleichtert das Auffinden der noch niederdeutsch gefaßten Ortsnamen.
Die Übersicht der Steuerzahler und Armen vermittelt einen Gesamteindruck vom
Ergebnis der Schätzung. Von besonderem Interesse dürfte für manchen die
Zusammenstellung der Rufnamen unserer Vorfahren im 16.Jahrhundert sein, die Peter
Sieve aus dem Schatzungsregister herausgearbeitet hat. 1549 waren bei
männlichen Personen die drei gebräuchlichsten Namen Johan, Hinrick und
Herman. Die drei gebräuchlichsten Namen bei weiblichen Personen waren Taleke,
Greta und Anna. Selbstverständlich erleichtert ein Namens- und Ortsregister
den Zugang zum Schatzungsregister.
Das Heft 12 der ROTEN REIHE mit dem Titel
„Das Personenschatzungsregister von 1549 für das Amt Cloppenburg"
ist bei allen Buchhandlungen und der Geschäftsstelle des Heimatbundes zum Preis von 6,- € zu haben.
(Hier Online bestellen)
Ich freue mich, das erste Exemplar des Heftes 12 an dem Landrat des Landkreises Cloppenburg übergeben zu können.
Hildegard Kronlage
- Präsidentin des Heimatbundes für das Oldenburger Münsterland -
am 3. September 2003 im "Dorfkrug" des Museumsdorfes in Cloppenburg