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Aktuelles

Studienfahrtbericht: "Toskana Deutschlands" und Oldenburgs "südlichste Gefilde" besucht

Petrus hat es gut gemeint mit den Teilnehmern der diesjährigen Heimatbund-Studienfahrt! Bei durchgehend strahlendem Sonnenschein und frühsommerlichen Temperaturen präsentierten sich die Ziele der viertägigen Reise, die Pfalz sowie Birkenfeld und Idar-Oberstein, von ihrer allerbesten Seite. Die 100 Mitreisenden aus den Landkreisen Cloppenburg und Vechta hatten sich mit zwei Bussen auf den Weg gemacht, um die „Toskana Deutschlands“ (die Pfalz) und die ehemals „südlichsten Gefilde“ des alten Landes Oldenburg (Birkenfeld und Idar-Oberstein) zu besuchen – und waren durchgängig begeistert!


Auf dem Hinweg stattete die Studienfahrt-Gruppe jedoch noch der Sommerresidenz eines ehemaligen Landesherrn des Oldenburger Münsterlandes einen Besuch ab (OV vom 19.05.2012). Denn der Erbauer des Schlosses Augustusburg in Brühl bei Köln, der im Jahre 1700 geborene Kölner Erzbischof Clemens August I. von Bayern, war von 1719 bis 1761 u.a. auch Fürstbischof von Münster.


Ausgehend vom im Herzen der Pfalz gelegenen Hotel in Bad Dürkheim reisten die Oldenburger Münsterländer in den folgenden Tagen zunächst zum Hambacher Schloss bei Neustadt an der Weinstraße, das natürlich untrennbar verbunden ist mit dem Hambacher Fest von 1832 – mit 30 000 Teilnehmern die erste politische Großdemonstration in Deutschland und damit Ursprung der Demokratiebewegung. Schon beim Anstieg „hinauf, hinauf zum Schloss“ bekam die Reisegruppe einen Eindruck von den Beschwernissen, die die Menschen damals auf sich nahmen, um für uns heute selbstverständliche Grundrechte wie Presse- und Versammlungsfreiheit sowie die Errichtung eines einheitlichen deutschen Nationalstaats einzufordern. Die Führung durch das Schloss sowie die exzellente Ausstellung über das Hambacher Fest entschädigten für die Strapazen des Aufstiegs.


Bei Bad Dürkheim wurde anschließend die auf einem Höhenrückenausläufer des Pfälzer Waldes gelegene Klosterruine Limburg besichtigt, die – auf den Grundmauern einer Burg der salischen Herzöge aus Worms erbaut – von 1024 bis zur Zerstörung 1504 eine große Benediktinerabtei beherbergte, in deren Mauern u.a. die Festlegung der Adventssonntage vorgenommen wurde. Ein besonderer Genuss war hier das stimmungsvolle Mittagessen in der ehemaligen Sakristei sowie der wunderbare Ausblick hinab ins Pfälzer Land mit seinen sanften, von Weinstöcken bedeckten Hügeln.


Diese Weinstöcke waren am Abend dann Teil einer vom Heimatbund geplanten Überraschung: eine unterhaltsame Planwagenfahrt durch die Weinberge mit Weinprobe und anschließendem, sehr kurzweiligen Abendessen auf einem der mit gut 600 Jahren ältesten Weingüter der Pfalz. Da dieses mitten in Bad Dürkheim gelegen ist, war der abendliche Rückweg zum Hotel kurz.


Weltkulturerbe-Stätten gibt es in der an Burgen, Schlössern und Kirchen reichen Pfalz natürlich auch. So standen am 3. Tag Speyer mit dem Kaiserdom, der der größte romanische Kirchenbau der Welt ist, sowie Heidelberg mit der seit 300 Jahren unversehrten barocken Altstadt und der vielbesuchten Schlossruine an. Heidelberg mit der auf dem Gebiet des heutigen Deutschland ältesten Universität gehört heute natürlich nicht mehr zur Pfalz, war aber lange Zeit Hauptresidenz der Kurpfalz-Grafen und insofern natürlich ein passendes Ziel. Auch hier meinte es das Wetter gut mit den Oldenburger Münsterländern – denn erst als alle am Abend wieder im Bus saßen, kam ein Gewitter mit Wolkenbruch.


Das wie Cloppenburg und Vechta infolge des Wiener Kongresses 1815 dem Herzogtum Oldenburg zugeteilte (damalige) Fürstentum Birkenfeld mit Idar-Oberstein rundete am letzten Tag als Besuchsort die Studienfahrt gelungen ab. Heute gehört der Landkreis Birkenfeld zu Rheinland-Pfalz, bis 1937 jedoch zum Herzogtum und späteren Land Oldenburg. Und diese Zugehörigkeit, von der hier nur noch die wenigen wissen, die von dem regen Beamtenaustausch bis in die 1930er Jahre betroffen waren, wird in Birkenfeld wach gehalten.


Davon konnten sich die Studienfahrtteilnehmer selbst überzeugen, nachdem sie „standesgemäß“ vor dem so genannten Birkenfelder Schloss vorgefahren und vom Stellvertreter des Landrates von Birkenfeld, dem 1. Beigeordneten Helmut Billert, herzlich willkommen geheißen worden waren.


Als Dank dafür und für die sehr kundigen und mit Anekdoten über Birkenfelder und Oldenburger Münsterländer angereicherten Führungen innerhalb und außerhalb des Schlosses überreichte der Vertreter des Heimatbund-Vorstands, Bernd Tepe, eine Oldenburg-Fahne sowie Buchgeschenke und erklärte Herrn Billert kurzerhand zum "Ehrenkonsul" des Oldenburger Münsterlandes.


MEHR BILDER zur Studienfahrt 2012 gibt es hier.