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Aktuelles

Behördenvertreter infomieren im Herrenholz über Renaturierungsmaßnahmen

Teilnehmer der Exkursion ins Herrenholz, Foto: Heino Mühle

Über den Stand der naturnahen Gestaltung großer Teile des Herrenholzes bei Goldenstedt informierten sich die Teilnehmer der Johannes-Wagner-Gedächtnisexkursion. Den umfangreichen Maßnahmenkatalog sowie die bisher schon durchgeführten und noch geplanten Schritte erklärten ein Vertreter der Landesforsten, Bjoern Staggenborg, und der Vertreter des Landkreises Vechta, Hendrik Scheele.


So wurden Im Kompensationsflächenpool "Herrenholz" in den Bereichen "Buchholz" und "Schmedes Holz" verschiedene Maßnahmen umgesetzt. Der Rückbau des Entwässerungssystems ist als letzter Schritt geplant bzw. schon eingeleitet. Der Grundwasserstand wird über mehrere Jahre zwei Mal täglich gemessen und gespeichert. Auch im "Breitenbruch" ist mit dieser Maßnahme begonnen worden. Neue Gewässer wurden angelegt und im Zuge eines Molchmonitorings der Erfolg dieser Anlagen dokumentiert. Während hier 2015 nur 136 Exemplare verschiedener Molcharten gezählt wurden, waren es 2018 schon 2 251 Molche.


Nach zweijähriger Planungsphase für den Bereich "Breitenbruch" sollen hier im Herbst/Winter 2019/2020 ebenfalls erste Maßnahmen umgesetzt werden, um hier wieder das ursprüngliche Waldbild zu erreichen. Durch die Entwässerung hatten sich durch Entwässerung hier gravierende Veränderungen ergeben, die zu teilweise dramatischen Einbrüchen in der vorhandenen Tier- und Pflanzenwelt führten. Anhand historischer Karten konnte der ursprüngliche Geländezustand zumindest ansatzweise aufgezeigt werden.


Die Kartierung (Schmetterlinge, Heuschrecken, Vögel) ist inzwischen abgeschlossen und die Vegetation an sehr vielen Punkten im Pool "Herrenholz" dokumentiert (Kontrolle 2025). 2020 werden diese Erfassungen der Flora und Fauna auch im "Breitenbruch" durchgeführt. Die Forstwirtschaft wird in Teilen des Herrenholzes komplett aufgegeben (z.B. im "Breitenbruch"). Nadelholzforste werden zu Laubwald und herausragende Habitatbäume erhalten eine besondere Förderung. Kleinräumig werden auch spezielle Biotope (Freiflächen, Teiche u.a.) geschaffen und es erfolgt ein Rückbau der Entwässungssysteme. 


Das Herrenholz wird sich dadurch in nächster Zukunft deutlich verändern. Das Eschensterben (Pilzbefall) leitet diese Veränderungen schon ein. Hier sollen zukünftig standortangepasste Laubbäume, z. B. Eichen oder Erlen in den nasseren Bereichen wachsen. Die Anlage kleinräumiger Biotope, der Waldumbau und der Rückbau der Gräben mit der damit verbundenen Vernässung einiger Waldbereiche wird die Artenvielfalt des Herrenholzes wieder stark erhöhen.


Landesforsten und der Landkreis Vechta haben hier im Waldgebiet Herrenholz einen Weg eingeschlagen, der von den Teilnehmern der Exkursion sehr positiv bewertet wurde. Mit einem Dank an Herrn Staggenborg und Herrn Scheele und bei Kaffee und Kuchen im Restaurant "Deutsches Haus" wurden die Eindrücke dieser Exkursion weiter vertieft und diskutiert.


Text: Franz Hericks