Landkreis Cloppenburg Landkreis Vechta

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Aktuelles

Lebendiger und gut besuchter Vortrag des ehemaligen Bezirksarchäologen

Dr. Jörg Eckert mit einem archäologischen Fund, Foto: Klaus Kokenge

Einen anschaulichen und sehr lebendigen Vortrag hielt kürzlich Dr. Jörg Eckert: Archäologische Funde und Ausgrabungen im Oldenburger Münsterland stellte der ehemalige Bezirksarchäologe anhand zahlreicher Dias im Rahmen des 308. Historischen Nachmittags in Emstek vor – und über 60 Zuhörer waren gekommen. Beginnend mit den frühesten Spuren der Menschheit in unserer Region wurde der interessierten Versammlung ein chronologischer Überblick von der Altsteinzeit über das Mittelalter bis hin zu den jüngsten Ausgrabungen in der Region gegeben.


Einen Schwerpunkt der Ausführungen Dr. Eckerts bildeten die jungsteinzeitliche Großsteingräber, die sich in unserer Region zeitlich von 3400 bis 2800 vor Christus erstreckte. Megalithgräber finden sich in unserer Region noch häufig und stehen unter Denkmalschutz. Besonders den weitsichtigen gesetzlichen Maßnahmen des Herzogs Peter Friedrich Ludwig von Oldenburg, der sämtliche Altertumsdenkmale bereits 1820 unter Schutz stellte, sei es zu verdanken, dass in unserer Region viele Gräber erhalten geblieben seien.


Als Vergleich stellte der Referent eine Region der Lüneburger Heide vor, in der innerhalb von 100 Jahren die Zahl der Megalithgräber von über 279 auf 17 zurückgegangen sei. Durch nur teilweise zerstörte Gräber, beispielsweise in Visbek, Endel und Lastrup, sei es möglich, Rückschlüsse über den Bau, die Bestattungsweise und den damit verbundenen Glauben zu gewinnen. Die Verstorbenen seien mit ganzem Körper sowie Tongefäße mit Nahrungsmitteln in den Grabkammern beigesetzt worden. Durch die ausgegrabenen Funde sei man sicher, dass die Menschen dieser Phase der Jungsteinzeit an ein Weiterleben nach dem Tod geglaubt haben. Dr. Eckert hatte zu seinem Vortrag auch zwei Tongefäße aus Oldenburg mitgebracht, um zu dokumentieren, wie diese Funde beschrieben und interpretiert werden können. So ordnet die Archäologie die hiesigen Großsteingräber und ihre Erbauer nach der Form der Gefäße der "Trichterbecherkultur" zu.


Funde aus Gräbern der Bronzezeit bildeten einen weiteren Schwerpunkt des Referats. Die am Rande von Wildeshausen und in Vechta ausgegrabenen und nach ihrem Umriss als "Schlüssellochgräber" benannten Grablegen gäben Hinweise auf die Veränderung der Körperbestattung zur Brandbestattung. Ein recht großes Gräberfeld mit unterschiedlichen Grabformen hatte Eckert in der Nähe des Kreishauses Vechta wissenschaftlich erschließen und sichern können. Als Leiter der "Arbeitsgemeinschaft Archäologische Denkmalpflege in der Oldenburgischen Landschaft - Oldenburg" hat Dr. Eckert mit den Mitgliedern drei Gräber der Bronzezeit mit Holzspaten, die gefundenen  Werkzeugen nachgebaut wurden, errichtet, um experimentell nachzustellen, wie Bestattungen in der Bronzezeit durchgeführt wurden.


Mit einem Ausblick auf die mittelalterlichen Funde aus Holdorf und Cloppenburg endete der kenntnisreiche und informative Vortrag des ehemaligen Bezirksarchäologen. Die zahlreichen Besucher bedankten sich mit aufrichtigem Beifall.