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Aktuelles

Historischer Nachmittag: Vortrag von Prof. Kuropka über Polen

Prof. Dr. Joachim Kuropka hat schon vor seinem Gastaufenthalt in Polen häufig vor polnischen Studierenden referiert. Das Foto entstand bei einem Vortrag vor der "Gemeinschaft für deutsch-polnische Verständigung" in Görlitz. Foto: Hirschfeld

Die Zugehörigkeit Polens zur Europäischen Union spiegele sich vor allem im Ausbau des Autobahnnetzes und in der Subventionierung zahlreicher Baumaßnahmen wider. In den Strukturen des politischen  und gesellschaftlichen Lebens hingegen unterscheide sich Deutschlands östlicher Nachbarstaat noch immer stark von Mittel- und Westeuropa. So lautete ein Fazit von Joachim Kuropka.


Der langjährige Geschichtsprofessor der Vechtaer Universität hat in seinem Ruhestand ein Jahr lang als Gastprofessor am Lehrstuhl für die Geschichte, Kultur und Literatur  Deutschlands, Österreichs und der Schweiz an der Universität Lodz gearbeitet. Nun berichtete er im Rahmen des jährlichen Abendvortrags des Geschichtsausschusses im Heimatbund Oldenburger Münsterland in der Kleinen Aula der Uni Vechta von seinen Erfahrungen im akademischen Leben und im Alltag in der auch als "Manchester des Nordens" bekannten Industriestadt. Kuropka konstatierte einerseits eine hohe wissenschaftliche Aktivität seiner polnischen Kollegen, für die eine internationale Vernetzung selbstverständlich sei.


Andererseits lernte der Vechtaer Historiker aber auch ein kompliziertes Verwaltungssystem kennen, das viele Energien gebunden habe. Überdies seien die Wohnverhältnisse in der mit 750.000 Einwohnern drittgrößten Stadt Polens mit 40.000 Studenten im Vergleich zu Deutschland sehr beengt. Bei den Germanistik-Studenten erlebte Kuropka ein großes Interesse an Geschichte und Kultur Deutschlands, fand aber vielfach auch Klischeevorstellungen über den westlichen Nachbarn vor.


Für Kuropka könnten die Deutschen von der Spontaneität der Polen lernen, während die Polen ein Stück mehr an Perfektion im Lebensalltag benötigen würden. Die vielbeschworene europäische Einheit sei in den Köpfen der Bevölkerung weitgehnd noch nicht angekommen: Für Kuropka ein Zeichen, dass man den nationalen Identitäten im europäischen Rahmen ihre Eigenheiten belassen, gleichzeitig aber die Kooperation - auch und gerade auf wisssenschaftlicher Ebene - ausbauen müsste.