Landkreis Cloppenburg Landkreis Vechta

Termine

2019:
21.9. Beiratssitzung
9.11. Münsterlandtag
23.11. Studientag
Seite aufrufen

Digitalisiertes Jahrbuch OM

Digitalisierter Heimatkalender OM

Schulportal OM und Schülerpreis OM

Informationen und Weiterleitung zum Schulportal OM
Seite aufrufen

Aktuelles

Abendvortrag: Als das OM zum Armenhaus wurde

Oft wurden sie von den Bauern durch Pfeifen zur Arbeit beordert. Das „Helpen“ - so der plattdeutsche Ausdruck - wo man gebraucht wurde, gehörte zu den zentralen Aufgaben der Heuerleute. Und das selbstverständlich ohne Vergütung. Von ihnen wurde eine „maximale Flexibilität in der Steuerung von Arbeit und Produktion“ erwartet. Auf diese wissenschaftliche Formel brachte der Historiker Ralf Weber die prekäre Lage dieser sozialen Gruppe jetzt beim diesjährigen Abendvortrag des Geschichtsausschusses.


Über 70 interessierte Zuhörer konnte der Geschichtsausschuss-Vorsitzende Dr. Michael Hirschfeld in der Uni Vechta begrüßen und deutete die große Resonanz als Zeichen für die gegenwärtige Popularität der Heuerlingsproblematik. Diese habe, so Weber, der sich in seiner Magisterarbeit intensiv mit der Thematik befasst hat, in der Mitte des 19. Jahrhunderts ihren Höhepunkt gefunden. Damals seien beispielsweise in Lutten 60 % der Bevölkerung Heuerleute gewesen, deren große Mehrheit am Rande des Existenzminimums gelebt habe.


Der Referent führte das so genannte Anerbenrecht  und das Bevölkerungswachstum als Ursachen für die sozialen Schwierigkeiten an, die im Revolutionsjahr 1848 auch hierzulande zu Protesten geführt hätten. In der Folge seien – so Weber in seinem im Anschluss von den Zuhörern intensiv diskutierten Vortrag – die Wogen jedoch durch die Kompromissbereitschaft der Bauern, vor allem aber aufgrund der Auswanderung nach Amerika geglättet worden. Dennoch hätte die Existenz einer breiten Schicht an Heuerleuten den Ruf Südoldenburgs als Armenhaus beschleunigt.