Heimatbund für das Oldenburger Münsterland
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Aktuelles

Akademieabend: Kulturkampf auch in Oldenburg

Nicht weniger als eine Neubewertung des Kulturkampfes im Oldenburg Land und eine Neuschreibung der Geschichte - dies war das Ergebnis des Akademieabends des Heimatbund-Geschichtsausschusses in der Katholischen Akademie Stapelfeld. Vor allem der Oldenburger Historiker Thomas Krause untermauerte in seinem Vortrag diese Forderung, indem er die gängige Vorstellung von einer Region ohne Kulturkampf in Frage stellte. Krauses Archivforschungen zufolge bestanden deutliche Konflikte zwischen der Regierung in Oldenburg und der katholischen Kirche. Nach außen hin wurden sie allerdings von der Verehrung der südoldenburgischen Katholiken für den Großherzog überlagert und setzten sich deshalb nicht im öffentlichen Bewusstsein fest.

Zudem erwies sich die Auseinandersetzung in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts in den preußischen Gebieten als weitaus gravierender. Allerdings war sie im benachbarten Emsland schwächer ausgeprägt als etwa in Westfalen, wie Wilhelm Rülander aus Haselünne in seinem Beitrag herausstellte. Das habe an der erst kurz vorher erfolgten Eingliederung Hannovers in den preußischen Staat gelegen, erläuterte er den 40 Teilnehmern der Veranstaltung.

Dr. Maria Anna Zumholz ordnete den Kulturkampf in die größeren historischen Zusammenhänge ein. Die an der Arbeitsstelle für Katholizismus- und Widerstandsforschung der Universität Vechta tätige Historikerin unterstrich dabei, dass es um mehr ging als um einen bloßen Konflikt zwischen Kirche und Staat. Vielmehr habe der Nationalstaat die Deutungshoheit beansprucht, wobei ihm die katholische Kirche im Weg stand.

Privatdozent Dr. Michael Hirschfeld, der die Veranstaltung moderierte, kritisierte die Verdrängung des Kulturkampfes aus dem Geschichtsbewusstsein. Als zentrales Ereignis müsse er seinen Platz im regionalen Gedächtnis erhalten.

Auf dem Foto sind zu sehen (v.l.n.r.): Dr. Michael Hirschfeld, Dr. Maria Anna Zumholz, Thomas Krause, Wilhelm Rülander und Heimatbund-Präsident Hans-Georg Knappik. Foto: Henneberg