Heimatbund für das Oldenburger Münsterland
Landkreis Cloppenburg Landkreis Vechta

Termine

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11.11. Studientag
2018:
27.01. Auftaktveranstaltung "Plattdeutsches Jahr" in Cappeln
10.03. Delegiertentag
10.05.-14.05. Studienfahrt
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  • Studienfahrt 2012: Pfalz
    Schauplatz wichtiger Ereignisse der Demokratiegeschichte und seit der Römerzeit Wiege einiger kultureller Errungenschaften wie dem Weinanbau: Die Pfalz wurde 2012 besucht. Foto: Henneberg
  • Studienfahrt 2013: Utrecht
    Eine Fahrt auf den Grachten der wunderschönen Stadt Utrecht war nur eine der zahlreichen Attraktionen, Foto: Henneberg
  • Studienfahrt 2014: Dresden
    15 Jahre nach der "Wende" stande Dresden und Görlitz wieder auf dem Plan, Foto: Sassen
    © Copright-Hinweis Hansen
  • Studienfahrt 2015: Oberfranken
    Bamberg, Coburg, Kulmbach, Seßlach - alles sehenswerte Ziele im Jahre 2015, Foto: Henneberg
  • Studienfahrt 2016: Thüringer Land
    Erfurt, Gotha und Eisenach wurden auf den Spuren Luthers ein Jahr vor dem großen Reformationsjubiläum besucht, Foto: Henneberg
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Aktuelles

Resonanz der Teilnehmer der Podiumsdiskussion

Die Podiumsdiskussion des Heimatbundes am 23. Februar 2013 zum Thema "Agrarstruktur und Kulturlandschaft im Wandel: Wohin steuert das Oldenburger Münsterland?" ist auf großes Interesse gestoßen und die Aula der Universität Vechta war voll besetzt.


Die Teilnehmer bzw. Zuhörer der Podiumsdiskussion hatten die Möglichkeit, Fragen an die Diskussionsteilnehmer - Uwe Bartels (Vorsitzender Agrar- und Ernährungsforum OM), Hubertus Berges (1. Vorsitzender Kreislandvolkverband Cloppenburg), Hans Eveslage (Landrat des Landkreises Cloppenburg), Albert Focke (Landrat des Landkreises Vechta), Prof. Dr. Werner Wahmhoff (stv. Generalsekretär Deutsche Bundesstiftung Umwelt), Alfons Wieschmann (1. Vorsitzender des Kreisverbands Vechta des Niedersächsischen Städte und Gemeindebundes) - und/oder Stellungnahmen auf Karten zu notieren, die dann vom Heimatbund eingesammelt und in kleiner Auswahl vorgetragen wurden. Nachdem wir die Karten ausgewertet haben, wollen wir die Resonanz in ihrer Gesamtheit wiedergeben und drucken alle abgegebenen Karten im Folgenden ab:


RESONANZ-KARTEN


"Wann sind die Grenzen der Expansion in unserer Region erreicht? Was wird aus unserer Region, wenn wir weiter Skandale haben und die intensive Massentierhaltung nicht mehr akzeptiert wird? Gibt es einen Plan B für die Region?"


"Die Nitratbelastung im Dammer Osten liegt heute schon an einigen Stellen statt 50 mg bei 250 mg. Die Tierdichte ist längst erreicht, die GIRL-Werte (Geruchsimmissionsrichwerte) stark erhöht. Durch die "Privilegierung" werden trotzdem immer mehr und größere Ställe genehmigt. Landkreis und Städte bzw. Gemeinden benötigen mehr Entscheidungsrechte."


[speziell an Hubertus Berges und Werner Wahmhoff:] "Das Thema quantitatives versus qualitatives Wachstum klang an: Welche konkreten Umsetzungsmöglichkeiten sehen Sie speziell im Bereich der Tierhaltung?" [an alle Diskussionsteilnehmer:] "Wie stehen Sie zum Thema Wasserverbrauch?"


"Halten Sie eine neue Prioritätensetzung für möglich? Bewahrung der Heimat, Umwelt und Natur an erster Stelle statt wie bisher wirtschaftliches Wachstum an erster Stelle. Lebensqualität definiert sich nicht nur durch materiellen Wohlstand."


"Wie könnte qualitatives Wachstum aussehen? Ein Lösungsansatz?"


"Das Gewerbe hat neben der Landwirtschaft einen hohen Flächenanspruch und verursacht Emissionen. Warum spricht man daher nur von der Landwirtschaft (Tierhaltung)? Haben wir nicht auch schon zu viele Gewerbebetriebe? Wann soll hier begrenzt werden?"


[speziell an Herrn Bartels:] "Die Grenzen des Wachstums sind im OM erreicht. Das müssen die Landwirte endlich einsehen. Herr Bartels hat Recht. Der Staat mischt doch mit: Subventionen, steuerliche Vergünstigungen."


"Laut Herrn Bartels waren bereits 2001 die Grenzen des Wachstums erreicht. Das Wachstum ging aber bis heute weiter. Sind die Grenzen wirklich erreicht? Oder lässt sich durch Technik, Innovation, Organisation weiteres Wachstum organisieren?"


"Wertstoffüberschuss versus Verlust der Bodenqualität. Humusbildung erfordert lebendige Wertstoffzufuhr, Frachtfolge, schonende Bewirtschaftung. Trend zum Monopol der "Großen": Bauernsterben/Hofsterben, Verlust des alten Kulturgutes. Erschreckende Zunahme der Landnahme mit der Perspektive Hochveredelung an Wertstoffen - massiver Verbrauch an Basisressourcen: Wasser, Bodenschätze ..."


[speziell an Werner Wahmhoff:] "Mehrfach wurde das "Gülleproblem" angesprochen. Tiere produzieren kaum Gülle, diese entsteht erst durch Zuführung von (Trink-)Wasser. Ist die technische Entwicklung der Entfernung des Tierkots aus den Ställen durch Herausspülen mit Trinwasser nicht völlig falsch?"


"Warum gibt es in der OV (vom Tag der Veranstaltung, 23.02.2013) immer nur sehr alte, negative Bilder, wo die Schweine dreckig oder auf alten Spaltenböden stehen? Warum nicht intakte Ställe ins Bild nehmen?"


[speziell an Uwe Bartels und Werner Wahmhoff:] "Nitratbelastung, Keimbelastung ist schon lange ein großes Problem, es wird immer wieder von der Problemlösung gesprochen, aber es wird nicht entsprechend umgesetzt."


[speziell an Herrn Focke:] "Der Stadt Damme liegen keine Zahlen vor über die Menge der genehmigten Tierplätze. Der Landkreis kann diese Zahlen nicht bereitstellen. Wird es diese Zahlen in naher Zukunft geben?"


[speziell an Herrn Eveslage:] " Wenn Biogasanlagen oder Ställe sich nicht mehr rechnen und stillgelegt werden, müssen sie zurück gebaut werden? Oder was passiert mit den "Ruinen"? Ist so etwas in der Baugenehmigung geregelt? Bekommen wir dadurch verfallende Landschaften?" [Frage an alle:] "Aufgrund der hohen Tierdichte in Vechta und Biogasanlagen in Cloppenburg: Haben wir ein Überschuss an Wirtschaftsdünger oder ein Industriemüll-Problem?"


"Wie soll es mit der Massentierhaltung weitergehen? Kommt die industrialisierte Landwirtschaft? Die Monokulturen nehmen erschreckend zu, Stichwort: Vermaisung. Wie soll es mit der Dümmersanierung unter Einbindung der Landwirtschaft weitergehen?"


"Ist die "Auricher Erklärung" bekannt? Von der Tagung am 05. Februar im Rahmen von Nordwest 2050. Klimaangepasste Landnutzung im Nordwesten - Verschärfung von Flächennutzungskonflikten durch den Klimawandel."


"Pachthöfe/Bausubstanz: Was wird aus der ländlichen Bausubstanz, z.B. Niederdt. Hallenhäuser, in 10 bis 20 Jahren?"


"Arbeitskräfte pro ha Gewerbefläche: keine Gewerbegroßflächen für Lagerhallen mit wenig Arbeitsplätzen."


"Im Bund wird diskutiert, im Baugesetzbuch die Privilegierung von Stallbauten zu ändern. Wie sollte die jetzige Regelung geändert werden?"


[speziell an Hubertus Berges:] "Stallanlagen: Sind das noch bäuerliche Betriebe oder gehören die Ställe schon anonymen Kapitalgesellschaften oder gar den Banken?"


"Wie sieht es mit der Nachrüstung bestehender Stallungen hinsichtlich der Lüftungstechnik aus?"


"Flächenknappheit - weite Wege der Bewirtschaftung durch Betriebe und dadurch hoher, unnötiger Energie- und Arbeitszeitverbrauch! Wo bleibt die Ökonomie?"


"Problem Grundwasserentnahme für die Landwirtschaft!"


[speziell an Uwe Bartels:] "In der OV vom 29.10.2011 wurden Sie zitiert: "Der Boden vergisst nicht. Das was da drauf geht, kommt auch unten an ... Das ist eine Zeitbombe." Seit Jahrzehnten ist dies Problem hier vor Ort bekannt. Es konnte leider bisher nicht gelöst werden. Frage: Wie kann die "Zeitbombe" entschärft werden? Grundwasser ist doch das Lebensmittel Nr. 1. Schon vor über 30 Jahren mussten Privatbrunnen stillgelegt werden. Trotz aller Maßnahmen hat sich die Situation nicht verbessert. Es sollte eine Zukunft geben, die nicht durch "Zeitbomben" geprägt ist."


"Umgang mit Werkvertrags- und Leiharbeitern in der Region? Wasserverbrauch von Schlachtereien und Gemüsebauern?"


"Glückwunsch! Danke! Weiter so! Transparenz gibt es nur, wenn nicht im "closed shop" geredet wird! Bleibt dran!"


"Warum sitzen auf dem Podium keine Frauen (und nur wenige im Saal)? Hat die Meinung von 50 % der Bevölkerung für die Entwicklung vom OM kein Gewicht?"


"Antibiotika-Einsatz! Nur mit intensivem Einsatz von Medikamenten ist Massentierhaltung möglich? Ist der Einsatz von Medikamenten kontrollierbar? Wollen wir Kontrollen? Die resistenten Keime warten nicht. Welche Maßnahmen sollen eingeleitet werden, damit gesetzlich vorgeschriebene GIRL-Werte (Geruchsimmissionswerte) eingehalten werden?"


[speziell an Werner Wahmhoff:] "Die intensive Viehwirtschaft geht einher mit dem Einsatz erheblicher Mengen an Arzneimitteln (z.B. Antibiotika). Diese werden mit der Gülle auf die Felder ausgetragen. Was bedeutet dies langfristig für die Biodiversität und Aktivität der Böden, wenn wir 20 Jahre in die Zukunft schauen? Welche Folgen könnten sich für das Trinkwasser (Grundwasser) ergeben?"


"Warum wird vom Landkreis Vechta über Herrn Focke die Windkraft so schlecht geredet? Wenn die Anlagen auf geeigneten Flächen errichtet werden, sind sie doch eine sinnvolle Alternative zu Biogasanlagen. Warum hat der demographische Wandel keine Rolle in der Diskussion gespielt? Faktoren für Landverbrauch z.B. auch Rückbau?"


"Die Energiewende geht einher mit einem zunehmenden Holzbedarf für Öfen im Privatbereich. Die zunehmende Abholzung fällt unmittelbar ins Auge. Wollen wir unsere Landschaft bewahren, sollten wir dieser Problematik größere Aufmerksamkeit widmen, ansonsten wird es ähnliche Problemen geben wie in der damaligen DDR, wo in vielen Regionen kein Baum älter als 40 Jahre ist."


[speziell an Herrn Focke:] "Sie wollen keine Biogasanlagen, wollen keine Windkraftanlagen und Photovoltaik ist schwer rentabel vorstellbar. Wie stellen Sie sich eine Energiewende vor?"


"Wichtig ist auch, das Problem mit den Leiharbeitern konsequent anzugehen!"


"Nachhaltigkeit bedarf regional-überregionaler Konzepte und Umsetzungsstrategien, in die sich kommunale Bebauungspläne einbinden können. Es fehlt ein regionaler Nachhaltigkeitsrat, der verbindlicher als runde Tische zukunftsfähige Entwicklungskonzepte entwickelt und anpasst."


"Straßenseitenräume als Lebensräume zu wenig beachtet. 3000 ha im Landkreis Cloppenburg, warum werden Vögel und Bienen Nährgehölze entfernt."


[speziell an Hubertus Berges und Werner Wahmhoff:] "Ist 7 % Stillegung durch die EU (sog. "Greening") für unsere Region vertretbar?"


"Kulturlandschaft im Sinne von Umweltschutz - was erwartet die Region vom neuen grünen niedersächsischen Umweltminister?"


"Der Lebensmitteleinzelhandel ist nicht die Ursache der niedrigen Preise, sondern das große europa-/weltweite Angebot. Warum vernachlässigt der Heimatbund das Thema Bio, welches im Markt seit Jahrzehnten positive Zuwächse bringt?"


"Ist der erkennbare Konflikt zwischen Kulturlandschaftspflege und einer quantitativ orientierten Agrar- und Veredelungswirtschaft in ihrer Eingebundenheit in globale Prozesse lösbar? Wie stehen die Podiumsteilnehmer überhaupt zur "Kulturlandschaft"?"


"Problematik der Keimbelastung - Monokulturen führen zwangsläufig zum Ruin der Natur."


"Ist das eine Veranstaltung zur Wirtschaftspolitik? Wo ist die Kulturlandschaft?"