Heimatbund für das Oldenburger Münsterland
Landkreis Cloppenburg Landkreis Vechta

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  • Studienfahrt 2012: Pfalz
    Schauplatz wichtiger Ereignisse der Demokratiegeschichte und seit der Römerzeit Wiege einiger kultureller Errungenschaften wie dem Weinanbau: Die Pfalz wurde 2012 besucht. Foto: Henneberg
  • Studienfahrt 2013: Utrecht
    Eine Fahrt auf den Grachten der wunderschönen Stadt Utrecht war nur eine der zahlreichen Attraktionen, Foto: Henneberg
  • Studienfahrt 2014: Dresden
    15 Jahre nach der "Wende" stande Dresden und Görlitz wieder auf dem Plan, Foto: Sassen
    © Copright-Hinweis Hansen
  • Studienfahrt 2015: Oberfranken
    Bamberg, Coburg, Kulmbach, Seßlach - alles sehenswerte Ziele im Jahre 2015, Foto: Henneberg
  • Studienfahrt 2016: Thüringer Land
    Erfurt, Gotha und Eisenach wurden auf den Spuren Luthers ein Jahr vor dem großen Reformationsjubiläum besucht, Foto: Henneberg
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Aktuelles

Erklärung des Heimatbundes: Agrarstruktur und Kulturlandschaft im Wandel - Wohin steuert das OM?

Auf dem Delegiertentag des Heimatbundes am 02.03.2013 wurde folgende Resolution verabschiedet:


Agrarstruktur und Kulturlandschaft im Wandel: Wohin steuert das Oldenburger Münsterland?


Erklärung des Heimatbundes für das Oldenburger Münsterland auf dem Delegiertentag in Holdorf am 02. März 2013


Das Oldenburger Münsterland ist zu Recht stolz auf seinen bundesweit einzigartigen wirtschaftlichen Aufstieg „vom Armenhaus zur Boomregion“. Die grundlegende Intensivierung und Modernisierung der landwirtschaftlichen Produktion und die Schaffung vieler neuer Arbeitsplätze in den vor- und nachgelagerten Betrieben in der Industrie, im Handwerk und in den Dienstleistungen haben uns in den letzten Jahrzehnten Bevölkerungswachstum, Wohlstand und glänzende Zukunftsprognosen gebracht.


Mit dieser dynamischen Entwicklung sind aber auch problematische Folgen für die Wohnqualität, die Agrarstruktur und die Kulturlandschaft unserer Region verbunden, die nicht mehr zu übersehen sind. Verschärft wird diese Problematik seit einigen Jahren durch ungewollte Auswirkungen der Energiewende, insbesondere der Biogas-Anlagen auf der Basis nachwachsender Rohstoffe, die zusätzlich landwirtschaftliche Flächen in Anspruch nehmen.


Der Heimatbund sieht diese Entwicklung mit großer Sorge:



  • Immer mehr offene Landschaftsteile werden verbraucht durch die notwendige Planung neuer Wohn- und Industriegebiete am Rande unserer Dörfer und Städte und durch die Errichtung  weiterer Stallbauten, Biogas-Anlagen und Windparks. So wird das historisch gewachsene Landschaftsbild mit Eschfluren, Grünland, Gehölzstreifen, Wäldern und Mooren oftmals gestört. Unsere auch touristisch beliebte Radfahrer- und Erholungsregion wird belastet.

  • Unser wertvolles Grundwasser wird bedroht durch zunehmende Versiegelung der Landschaft, durch vermehrte Ausbringung von Gülle und Reststoffen aus Biogas-Anlagen, durch den  steigenden Wasserbedarf von verarbeitenden Unternehmen und Gemüsebaubetrieben.

  • Die Artenvielfalt in der Pflanzen- und Tierwelt und die Ertragskraft unserer Böden wird belastet durch vermehrten Mais-Anbau und intensive Sonderkulturen.

  • Die Entwicklungschancen der Höfe werden eingeschränkt durch die hohe Konzentration von großen Tierhaltungsanlagen in unserer Region mit den resultierenden Immissionsproblemen und Nährstoff-Überschüssen, durch den einzelbetrieblichen Druck zum „Wachsen oder Weichen“, durch Flächenkonkurrenz und hohe Pachtpreise.


Der Heimatbund ist überzeugt, dass der angesprochene Druck auf die Agrarstruktur und die Kulturlandschaft so groß geworden ist, dass eine Strategie des bloßen Laufenlassens oder gar des „Weiter so...“ nicht mehr vertretbar ist.


Auch der Heimatbund hat kein fertiges Lösungskonzept für die komplexe Problematik, aber die Podiumsdiskussion wichtiger Fachleute und Entscheidungsträger unserer Region am 23. Februar 2013 in der Universität Vechta hat gezeigt, dass es bei allen divergierenden Interessen durchaus Ansätze für ein konsensuales Vorgehen gibt:



  • Um mehr Transparenz zu schaffen und die Dringlichkeit in einzelnen Handlungsfeldern aufzuzeigen, ist eine offene Bestandsaufnahme mit effizienten Kontrollen eine wesentliche Voraussetzung.

  • Die zahlreich vorhandenen technologischen Ansätze zur Effizienzsteigerung und Weiterentwicklung und zu alternativen Lösungen bei der Nährstoffproblematik, bei der Bodenbestellung, bei der Viehhaltung, bei der Reduzierung von Immissionen und bei der Energiegewinnung müssen vermehrt in der Praxis erprobt, umgesetzt und ggf. auch unter Hintanstellung von Kostengesichtspunkten eingefordert werden.

  • Die politischen und rechtlichen Vorgaben aus Brüssel, Berlin und Hannover müssen so geändert werden, dass die regionalen und lokalen Entscheidungsträger ihre Spielräume effektiv und konsequent nutzen können. Hier sind vor allem die Städte, Gemeinden und Landkreise gefordert.

  • Zur Lösung der komplexen Probleme müssen viele Akteure ihren Beitrag leisten. Dazu gehören nicht zuletzt auch die Verbraucher, die bereit sein müssen, faire Preise für landwirtschaftliche Produkte zu zahlen.


Der Heimatbund ist der festen Überzeugung, dass es sich lohnt, für die Bewahrung einer lebenswerten und attraktiven Kulturlandschaft im Oldenburger Münsterland zu werben und zu kämpfen. Er appelliert an alle politisch Verantwortlichen im Oldenburger Münsterland, aber auch an alle Bürgerinnen und Bürger vor Ort, sich aktiv und zukunftsgerichtet für eine umsichtige, an der Nachhaltigkeit orientierte Entwicklung unserer Region einzusetzen. Dann wird das Oldenburger Münsterland auch in künftigen Generationen das Attribut behalten können, das ihm das Berlin-Institut 2009 verliehen hat: „Ein Land mit Aussicht“!