Vorstellung Heft 15 der BLAUEN REIHE

Die Einweihungsfeier der Johanniterkapelle Bokelesch nach umfangreichen Renovierungs- und Restaurierungsarbeiten am 19. Juni 2005 war ein großartiges Fest, an dem die Bevölkerung des Saterlandes und der umliegenden Gemeinden regen Anteil nahm.
Zeitungsmeldungen über fällige Restaurierungsmaßnahmen hatten auch das Interesse des Heimatbundes an diesem Kirchenbau und seiner Geschichte geeckt. Sein Vorstand befasste sich mit der ehemaligen Johanniterkapelle in Bokelesch und konnte bald feststellen: Diese Kapelle ist eine von drei noch vorhandenen mittelalterlichen Kirchen des Oldenburger Münsterlandes. Sie ist deshalb ein hervorragendes Kulturdenkmal und ein historisches Kleinod unserer Region. Die Kapelle, in unmittelbarer Nachbarschaft zu Ostfriesland gelegen, stellt zudem ein überregionales Kulturerbe dar, ist sie doch der Rest der im Dreißigjährigen Krieg zerstörten Johanniterkommende und damit das einzige heute noch erhaltene mittelalterliche bauliche Zeugnis einer jahrhundertelangen Tätigkeit des Johanniterordens im historischen Friesland, das sich zwischen Ijsselmeer und der Wesermündung erstreckt. Weil die Kommende Bokelesch stets zum Verband der friesischen Klöster gezählt und dort erstmals im „Groninger Vergleich“ von 1319 erwähnt wurde, kann ihr sogar Bedeutung von europäischem Rang zugesprochen werden.
Dem Vorstand des Heimatbundes wurde bewusst, dass ein solch historisches Kleinod zu pflegen war. Es wurde beschlossen, die politische Gemeinde Saterland und die katholische Kirchengemeinde Strücklingen mit der Aufgabe, die Kapelle zu erhalten, nicht allein zu lassen. In zahlreichen Gesprächen hat der Heimatbund seit 2004 für die Johanniterkapelle Bokelesch geworben. Dabei wurde immer wieder Interesse bekundet für die Tatsache, dass ein auf dem Territorium des Hochstifts Münster liegendes Kloster dem Verband der friesischen Johanniterklöster zugeordnet wurde. Das Saterland – Heimatgemeinde der Johanniterkommende Bokelesch – gehört zum Oldenburger Münsterland und war damit politisch wie kirchlich nach Westfalen orientiert. Doch seine friesische Sprach- und Kulturtradition wie auch seine Randlage zu Ostfriesland ließen Fragen nach der Geschichte der anderen friesischen Johanniterklöster aufkommen. Mit einer Vertiefung der Erkenntnisse über die früheren friesischen Johanniterklöster – so hofften wir – war gewiss mit einem besseren Verständnis der Rolle der Johanniterkommende Bokelesch und vielleicht auch mit einem größeren Bekanntheitsgrad dieses historischen Baudokumentes im Saterland zu rechnen.
Dem Rat von Herrn Dr. Eric Neef von der Ems-Dollart-Region folgend, ging der Heimatbund daran, eine Arbeitstagung zur Geschichte des Johanniterordens im friesischen Küstenraum und anschließenden Binnenland zu planen. Mit dem Thema dieser Tagung überschritten wir den örtlichen Bezug zur Johanniterkommende Bokelsch. Deren Geschichte war zusammen mit ausführlichen Darstellungen der archäologischen Grabungsergebnisse wie auch der Restaurierung schon in einem Buch veröffentlicht worden, das der Strücklinger Pfarrer Miroslaw Piotrowski termingerecht zur Einweihungsfeier vorlegen konnte und das mittlerweile zum zweiten Mal aufgelegt werden musste.
Vom 11. bis 12. 05. 2007 veranstaltete der „Heimatbund für das Oldenburger Münsterland e.V.“ in Bokelesch und Stapelfeld zusammen mit niederländischen Partnern und dank der Förderung durch die Ems-Dollart-Region sowie finanzieller Zuwendungen der VR-Stiftung ein sehr gut angenommenes Symposium zur Geschichte des Johanniterordens im friesischen Küstenraum und anschließenden Binnenland.
Herr Dr. Hajo van Lengen, vormals Direktor der Ostfriesischen Landschaft, unterstützte den Heimatbund bei der Vorbereitung und Durchführung des Symposiums. Ihm ist es zu verdanken, dass diese Veranstaltung ein voller Erfolg wurde und wissenschaftlich zu neuen Erkenntnissen führte. Nun legt er eine Zusammenstellung aller auf dem Symposium gehaltenen Vorträge vor und liefert damit einen bedeutenden Beitrag zur Dokumentation der Erkenntnisse zur Geschichte des Johanniterordens im historischen Friesland.

Die nun vorliegende Dokumentation des Symposiums enthält die folgenden Beiträge:

Dank einer Zuwendung von Seiten der Kulturstiftung der Öffentlichen Versicherung Oldenburg ist der Heimatbund in der Lage, die von Herrn Dr. van Lengen zusammengestellte Dokumentation der Vorträge als neuesten Band seiner Beiträge zur Geschichte des Oldenburger Münsterlandes zu veröffentlichen und damit kund zu tun, welch eine Bedeutung die in der Gemeinde Saterland stehende Johanniterkapelle Bokelesch als einziges noch erhaltenes Bauwerk der friesischen Johanniter hat.

„Zur Geschichte des Johanniter-Ordens im friesischen Küstenraum und anschließenden Binnenland Beiträge des Johanniter-Symposiums vom 11. bis 12. Mai 2007 in Cloppenburg-Stapelfeld“.

ISBN 978-3-9810290-6-2 / Preis: 16,80 €

 


Veröffentlichungen des Geschichtsausschusses
erfolgen in der Blauen Reihe, die der Heimatbund herausgibt und auch dort zu beziehen sind.

Zurück zur Übersicht    

Diese Seite drucken