Der Ausschuss für Geschichte im Heimatbund für
das Oldenburger Münsterland veranstaltete am 12.12.1998 erstmalig einen
ganztägigen Studientag zur Geschichte des Oldenburger Münsterlandes. Damit
ergänzte der Geschichtsausschuss sein Arbeitsprogramm um eine anspruchsvolle
Veranstaltung, mit der er den Zweck verfolgte, fachwissenschaftlich
ausgewiesene Historiker den jeweils aktuellen Stand der Forschung zu
ausgewählten Fragen der regionalen Geschichte darstellen zu lassen und sie zu
Fachgesprächen anzuregen mit den vor Ort arbeitenden Lokalhistorikern, den
Lehrern, Studenten und interessierten Geschichtsfreunden.
Der Studientag entwickelte sich mit den Jahren zu einer interessanten,
attraktiven Veranstaltung, die der Heimatbund auf der Haben-Seite seiner
Arbeit verbucht. Dabei wird nicht nur die bloße Veranstaltung mit zahlreichen
Besuchern und anregenden Vorträgen gesehen, sondern vor allem der nachhaltig
wirkende Ertrag bei der Beschäftigung mit Fragen der regionalen Geschichte.
Bis auf den ersten Studientag sind die Vorträge und Diskussionen der übrigen
Studientage dokumentiert und in der Blauen Reihe veröffentlicht worden.
- Der erste Studientag beschäftigte sich mit
dem Thema „Lokale Geschichtstradition und Historische Wissenschaft“.
- Der zweite Studientag befasste sich mit
dem „Nationalsozialismus im Oldenburger Münsterland“.
- Der dritte Studientag betrachtete die
„... Nachkriegszeit im Oldenburger Münsterland ...“ unter dem
Gesichtspunkt eines Neubeginns.
- Der vierte Studientag war eine kritische
Betrachtung der eigenen Arbeit, er stellte die Frage „Heimat – Baustein
der Zukunft“.
- Der fünfte Studientag war dem Thema
„Kontinuität und Wandel im Oldenburger Münsterland seit 1803“ gewidmet.
- Der sechste Studientag betrachtete die
Zeit vor 1803 und fragte nach der „Lage des Niederstifts Münster an der
Schwelle zum 19. Jahrhundert“.
- Der siebte Studientag untersuchte die
Bedeutung und die Stellung der „Gemeinde zwischen Territorialherrschaft und
Selbstverwaltung“.
Es ist ein umfassender Themenkatalog, den der
Geschichtsausschuss schon in seinen ersten sieben Studientagen abarbeitete.
Die jeweils verantwortlichen Leiter des Ausschusses bzw. des Studientages
dürfen stolz sein über das erzielte Arbeitsergebnis. Der gute Ruf des
Studientages verbreitete sich über die Region hinaus. Der Heimatbund erhielt
vor einiger Zeit die Nachricht, ein Wissenschaftler aus dem Westfälischen habe
einer Kollegin den Besuch des Studientages mit den Worten empfohlen:
- „Tagung des Geschichtsausschusses im
Heimatbund für das Oldenburger Münsterland... Das klingt auf den ersten
Blick etwas bieder, ist aber eine wissenschaftlich ernst zu nehmende Sache
mit guten Referenten vor einem immer recht großen Publikum.“
Nun legt der Heimatbund das Ergebnis des
achten und neunten Studientages in einem Sammelband vor als
Heft 14 der Blauen Reihe
mit dem Thema
Region und religiöse Identität – Das Oldenburger Münsterland
als konfessioneller Erinnerungsort.
ISBN 978-3-9810290-7-9
Preis 17,80 €
Das Heft 14 der Blauen Reihe enthält die
folgenden Beiträge:
- Christian Hoffmann, Archivoberrat beim
Hauptstaatsarchiv Hannover, beschreibt die Konfessionalisierung in der Zeit
nach der Reformation.
- Gerd Dethlefs, Referent für
Landesgeschichte am Westfälischen Landesmuseum für Kunst und
Kulturgeschichte Münster, gibt einen Überblick über die Geschichte des
Niederstifts Münster zwischen dem Westfälischen Frieden und der
Säkularisation.
- Michael Hirschfeld, Mitarbeiter am
Institut für Geschichte und historische Landesforschung der Hochschule
Vechta, beschreibt die Geschichte des Bischöflich Münsterschen Offizialates
in Vechta, der kirchlichen Oberbehörde für die oldenburgischen Katholiken.
- Alwin Hanschmidt, Professor em. für
Geschichte und Didaktik der Geschichte am Institut für Geschichte und
historische Landesforschung der Hochschule Vechta, untersucht die
Vermittlung von Geschichte der Region durch die Geschichtsschreiber des 19.
Jahrhunderts.
- Tim Unger, Pfarrer der
evangelisch-lutherischen Kirchengemeinde Dinklage, macht mit der Darstellung
des Endes der Simultaneen in Goldenstedt und Neuenkirchen mit zwei
überkonfessionellen Begegnungsorten bekannt.
- Joachim Kuropka, Professor em. für Neueste
Geschichte am Institut für Geschichte und historische Landesforschung der
Hochschule Vechta, stellt Erkenntnisse zur Person von Offizialat Heinrich
Grafenhorst im Kontext der niedersächsischen Schulpolitik der 1950er Jahre
vor.
- Maria Anna Zumholz, Wissenschaftliche
Mitarbeiterin am Institut für Geschichte und historische Landesforschung der
Hochschule Vechta, erinnert an das Verhältnis von Katholiken zum NS-Regime
und das spätere Gedenken an den Kreuzkampf im Jahre 1936.
- Ruth Irmgard Dalinghaus, Kunsthistorikerin
in Oldenburg, untersucht, welche Bedeutung der Bau und die Ausstattung von
Kirchen der Region als Erinnerungsorte haben.