Heimatbund
für das Oldenburger Münsterland
Vortrag von Herrn Dr. Otto Hachmöller, Cloppenburg vor der "Oldenburgischen Gesellschaft für Familienkunde" (OFG) am 18.01.2003 im PFL in Oldenburg zum Thema:
Familienforschung
in Südoldenburg
Die
Familienforschung ist zu einem Massenphänomen geworden, so die Zeitschrift der
"Focus" .
Schauen
wir nur ins Internet, so fahnden lt. FAZ täglich mehr als eine Million Besucher
in der Internet-Adresse familysearch.com nach
den Namen ihrer Vorfahren. Auf das
Angebot einer dt. Seite wie „ahnenforschung.net“ wird täglich bis zu 8000
mal zurückgegriffen. Ahnenforschung ist eine Marktlücke.
Viele Hobby – Familienforscher sind der Meinung über Internet ihre
Vorfahren womöglich bis Adam und Eva herunterladen zu können. Aber das ist natürlich
ein Irrtum und der Gang zu den Archiven bleibt Genealogen nicht erspart.
Warum
ist das Interesse für Familienforschung so stark angestiegen?
Laut Focus (Nr.2/2002) ist man der Meinung, dass in Zeiten
der Globalisierung und der
Individualisierung der Menschen
viele Zeitgenossen Halt suchen und sich
fragen, wo ihre Wurzeln sind und
wo sie herstammen. Dieses Phänomen ist
vielleicht auch als
Kompensation für fehlende soziale
Bindungen anzusehen.
In
Südoldenburg wie in anderen Regionen ist
seit Jahren zu beobachten, dass in vielen Dörfern das Interesse für ihre
eigene überschaubare Lebenswelt gestiegen ist. Dies drückt sich darin aus,
dass die Unterstützung und Mitarbeit bei der Erstellung von
Dorfchroniken sehr gut ist. Im
Zusammenhang mit dem Wettbewerb
„unser Dorf soll schöner werden“ sind diese Dorfbücher
ein wichtiges Kriterium für eine bessere Bewertung, weil sie ja ein
Ausdruck von guten sozialen Kontakten innerhalb der Dorfgemeinschaft
sind, was wiederum in die Bewertung mit einfließt.
Diese Dorfchroniken haben sehr unterschiedliches Niveau und erfreuen sich großer Beliebtheit und geben den
Dorfbewohnern ein Zusammengehörigkeitsgefühl, ein Wir-Gefühl.
Diese heimatkundliche Literatur beschäftigt sich
in den meisten Fällen auch
mit der Genealogie der Dorfbewohner. Die Aussagen beschränken
sich häufig zwar nur auf die jüngere
fast überschaubare Epoche des 19.
und 20. Jahrhundert, sie machen jedoch neugierig und
sind oft Auslöser
für weitere familienkundliche Forschungen. Dies ist auch ein Grund mit für
das wachsende Interesse an der Familienforschung. Bildungswerke und
Volkshochschulen greifen dieses Interesse auf. Zahlreiche
Familienchroniken sind inzwischen erstellt worden, überwiegend sind sie
privater Natur und im Handel nicht erhältlich, was man akzeptieren muss.
Man
kann also feststellen, dass auch in diesem Raum, dass Interesse für Genealogie
sehr groß ist , man ist sich häufig aber nicht bewusst, welche Mühen und
welcher Zeitaufwand das Suchen und die
Sichtung der Datensammlung in
Archiven und Beständen erfordert.
Ein interessantes Phänomen ist bei der Erörterung der Familienkunde mit
Interessierten die fast erste Frage, wie weit man denn nun die Familie
zurückverfolgen könne. Die möglichst frühe
Ersterwähnung einer Familie oder Sippe hat einen hohen Stellenwert bei
den der Genealogie Fern – und auch Nahestehenden. Diese Aussage scheint fast
wichtiger zu sein als andere Rückschlüsse
zur Familienstruktur, zu Lebensdaten , Krankheiten und Tod, zu Schicksalen und
Glück und Unglück einer Familie. Was man auch immer
mit dem Datum der möglichst frühen
Ersterwähnung verbindet,
soll an dieser Stelle nicht weiter erörtert werden.
Interessant
ist auch die Bewertung der Verflechtung einer
bürgerlichen Familie mit bedeutenden Familien mit hohem Ansehen oder dem
Adel. Wenn eine adelige Verbindung besteht -sei sie auch von illegitimen
Charakter- , so ist dies auch in
der Vorstellung mancher Zeitgenossen sehr erwähnenswert . Alle diese kleinen
Eitelkeiten soll man natürlich nicht überbewerten und als nette menschliche
Schwächen ansehen.
In diesem Vortrag über die familienkundlichen Arbeiten und
Forschungen im Südoldenburger Raum
soll zunächst ein historischer Rückblick getan werden, weil die
Forschungsergebnisse dieser Zeit noch heute von großer Bedeutung sind .
Herr Büsing konnte aus Anlass
des 75 –jährigen Bestehens des Oldenburgischen Gesellschaft für
Familienkunde auf eine lange Tradition der genealogischen Forschung verweisen.
Diese genealogische Forschung beginnt in Altoldenburg schon im 16.Jahrhundert
mit dem Theologen und Historiker Hamelmann (1526 – 1595).
Im Oldenburger Münsterland beginnt die Heimat- und Familienforschung mit Ausnahme des Adels erst im 18. Jahrhundert. Heimat- und Familienforscher, die unbedingt erwähnt werden müssen, weil sie ein Fundament gelegt haben, worauf heute aufgebaut werden kann sollen im folgenden kurz gewürdigt werde.
Als
wichtige Persönlichkeit und Autor ist
Karl Heinrich Nieberding zu nennen. Er entstammte einer Steinfelder
Bauernfamilie und lebte von 1779
– 1851. 1799 ernannte ihn Bischof Max Franz von
Münster zum Vogt von Lohne, (Gemeindekommissar).
Während der Franzosenzeit führte er wegen seiner Sprachkenntnisse
Verhandlungen mit französischen Truppen , oft hart und mutig, so dass er
einmal einige Wochen in Arrest gesetzt wurde. Er ist der Verfasser der dreibändigen „Geschichte und Verfassung
Westfalens“ .In diesem Beitrag zur Geschichte des ehemaligen Niederstifts Münster
und der angrenzenden Grafschaften Diepholz, Wildeshausen etc. sind zu den
historischen Erkenntnissen auch genealogische Aussagen zu Adelsfamilien und
Amtsleuten der Region gemacht
worden.
Als
nächster ist Clemes Pagenstert zu nennen.
Er war Gymnasiallehrer am Gymnasium Antonianum in Vechta
und verfasste folgende Werke:
„Die Bauernhöfe im Amte Vechta“ erschienen 1908
„Die ehemaligen Kammergüter in den Ämtern Cloppenburg und Friesoythe“ 1912
„Lohner Familien „ 1927
Es
sind wichtige Grundlagen für die Familienforscher und auch wegen der
Neuauflagen stark verbreitet.
Zu nennen sind auch die Heimatkundlichen Werke von Dr. Karl Niemann in Cappeln
und Willoh in Vechta, sowie die Familienforscher
Prof. Heuermann aus Sevelten oder Lehrer Franz Ostendorf aus Langförden,
Prof Georg Reinke, Vechta etc.
Nun
zur Entstehung und zur Arbeit des Familienkundlichen Arbeitskreises
im Geschichtsausschuß des Heimatbundes Oldenburger Münsterland.
Dieser trat erstmals am 26.01.1972 unter Leitung von Professor Dr. Wilhem
Hanisch zusammen. Mitglieder des Arbeitskreises waren damals Walter Deeken,
Friesoythe, Walter Denis,
Cloppenburg, OKD Dr. Kurt Hartong,
Franz Hellbernd, Vechta, Dr. Josef Kampschulte, Lohne,
Herr Rehme ,Cloppenburg. Die Ziele des Arbeitskreises waren damals :
Eine
Bibliographie der gedruckten/ungedruckten Quellen
Eine
Übersicht der anhängenden Forschungsgegenstände
Die
Herausgabe einer fachlich orientierten Schriftenreihe
Auf
die Dauer wurde die Wirksamkeit dieses Arbeitskreises durch organisatorisches
Missmanagement beeinträchtigt. Außerdem entstand nach dem Ableben der
tragenden Säulen dieser Gruppe eine Zeit des Inaktivismus.
Mit
der Veröffentlichung des 1. Heftes der“ Roten Reihe „ mit dem Thema:
“Gegenstand und Methoden der Familienkunde“ von Walter Denis
trat der FAK damals an die
Öffentlichkeit. Inzwischen ist von
dieser Schriftenreihe die Nr.11 im
Jahre 2002 erschienen. Ich werde im Verlauf dieses Referats noch zu den veröffentlichten
Themen der Roten Reihe Stellung nehmen.
Außerhalb der Roten Reihe erschienen in dieser
Zeit die genealogisch
hofgeschichtlichen Werke
wie „Die Meierhöfe im Oldenburger Münsterland „ von Clemens
Woltermann und 1981 „Hausinschriften und Giebel im Oldenburger Münsterland“
bearbeitet von C. Woltermann und Walter Deeken.
Im
Jahre 1998 erfolgte eine Reaktivierung des Familienkundlichen Arbeitskreises
durch die Neubegründung einer selbständigen Arbeitgruppe. Ein Dreiergremium
stellt den Vorstand da, wobei ich den Vorsitz führe. Herr Havermann , der
derzeitige Geschäftsführer war an der Reaktivierung dieses Arbeitskreises
stark beteiligt.
Zur
Arbeitsweise :
Die
Tagungen finden 4 mal im Jahr statt, 2 im Frühjahr und 2 im Herbst und als
Versammlungsort dienen die Heimatstuben des Heimatvereins
„Herrlichkeit Dinklage“ in Dinklage im alten Bahnhof. Dort stehen
Computer und eine heimatkundliche Bibliothek zur Verfügung. Miete braucht nicht
bezahlt zu werden. Ein gewählter Schriftführer erledigt die notwendigen
Arbeiten , einschließlich Protokollführung.
Welche
Ziele und Aufgaben hat sich der Familienkundliche Arbeitskreis gesetzt?
1.
Die Arbeit der vielen hiesigen Genealogen koordinieren und deren Arbeiten
sammeln, sichten , evtl. veröffentlichen , wenn sie von allgemeiner Bedeutung
sind. Kontakte pflegen zu Heimatvereinen. Es soll ein Erfahrungs- und
Wissensaustausch erfolgen.
2.
Grundlegende Unterlagen für die Familienforschung sollen
durch Vorträge und Veröffentlichung der Allgemeinheit zugänglich
gemacht werden. Zu Beginn eines jeden Jahres
wird ein Themenkatalog vom Vorstand erarbeitet und den Mitgliedern vorgestellt.
Die Mitglieder werden mit in die Programmgestaltung und die Terminierung der
Veranstaltungen einbezogen, es wird auf deren Wünsche und Vorschläge sensibel
reagiert, um so auch während des Jahres auf
breiter vertrauensvoller Basis arbeiten
zu können. Diese Vorgehensweise schafft Vertrauen und
Verantwortung und steigert das Interesse der Mitarbeit und Mitgestaltung.
Dieses demokratische Vorgehen hat sich bisher bewährt.
Ein Mitgliedbeitrag wurde bisher nicht erhoben, die entstehenden Kosten werden vom Heimatbund übernommen.
Quellen der Familienkunde sind z.B.
Kirchenbücher,
Hofarchive,
Adelsarchive
, Personenschatzungsregister,
Türkensteuerregister,
Viehschatzungsregister,
Willkommensschatzungsregister,
Status
Colonorum/ Status animarum, Hausstättenschatzung,
Adelsregister
3.
Es sollen Einführungen in die Familienkunde zur Vermittlung besonderer Fertigkeiten für diesen Bereich
gegeben werden: Urkunden lesen lernen mit Schriftenkunde und historische Akten
und Texte interpretieren. Wie kann die Datenverarbeitung für Genealogen publik gemacht
werden? Welche Software sollte angestrebt werden? Wie kann man sie optimal
einsetzen und miteinander vernetzen?
4.
Jährliche Veröffentlichungen sollen die Regel sein : Die Rote Reihe ist
die Publikation des Familienkundlichen Arbeitskreises, sie soll fortgesetzt
werden .
Im
folgenden möchte ich nun einige Themengebiete
aufgreifen und vorstellen, die wir in diesem Arbeitskreis behandelt haben.
1. Steuerlisten und
Adelsregister als Quelle für die Familienforschung – Vortrag Franz-Josef
Tegenkamp
Am
Beispiel des Hofes Rolfes in Südlohne stellte er die im Staatsarchiv Oldenburg
vorhandenen Steuerlisten des Amtes Vechta vor, beginnend mit dem
Willkommensschatzungsregister von
1498 und endete mit zahlreichen Listen aus
der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts. Für Bauernhöfe, die in einem Hörigkeitsverhältnis
zu einem Grundherrn standen, liegen darüber hinaus vielfach reichhaltige
Quellen vor, die eine Zurückverfolgung der Geschlechter bis zur ersten Hälfte
des 16.Jahrhunderts ermöglichen. Bei den Höfen des Amtes Vechta, die an die
Landesherrschaft eigenhörig waren sind solche Informationen in den jährlichen
Amtsrechnungen und in einem „Status Colonorum“ von 1654 enthalten.
Für Höfe, die an Angehörige des Adels eigenhörig waren, findet sich
in den entsprechenden Gutsarchiven Material.
So lässt sich die Besitzer- und Hofgeschichte des
an Gut Dinklage eigenhörigen Hofes Rolfes in Südlohne bis zur ersten Hälfte
des 16.Jahrhunderts lückenlos zurückverfolgen, da im Gutsarchiv Assen i.
Westf.- zwischen Hamm und Soest gelegen- ausführliche Bestandserhebungen der
Dinklager Gutsherrschaft
überliefert sind. Dieses Archiv enthält ca 2000 Urkunden, die allein sich auf
Gut Dinklage beziehen.
2.
Im folgenden soll auf eine
weitere Quelle für
Genealogen
eingegangen
werden, von der Herr Sieve vor dem FAK berichtete
. Neben den drei Kirchenbüchern (Taufregister, Trauungsregister und
Sterberegister) existieren noch zwei weitere Arten
und zwar die Firmungs- und die Seelenregister. Im sogenannten Rituale
Romanum von 1614 bezeichnet Papst
Paul V diese Kirchenbuchgattung als liber de statu animarum d.h.
das Buch vom Stand der Seelen und bestimmt, dass diese in jeder
Kirchengemeinde zu führen seien . Das
Buch sollte für jede in der Gemeinde wohnende Familie die Namen und
Altersangaben aller Mitglieder enthalten. Außerdem sollten Angaben gemacht
werden zur Osterkommunion ,zur Zahl der Getauften, der Eheschließungen und
Verstorbenen. Namen und Zahl der Konvertiten, die Zahl der arbeitenden Menschen,
der Zuwanderer etc. Diese Art Volkszählungen stießen bei vielen Menschen auf
Skepsis und Ablehnung, weil sie Sorge hatten, sie würden für steuerliche und
militärische Zwecke ausgenutzt. Wegen
der Gliederung nach Familien werden die Seelenregister auch als „Familienbücher
„bezeichnet. Für den heutigen Genealogen eine willkommene Hilfe und Quelle .
Ihr Zweck war ein seelsorglicher: Sie sollte dem Pfarrer dabei helfen, stets
einen genauen Überblick über das religiöse Leben der Familien und der
Individuen zu behalten. (
Siehe Übersicht)
Zwei
Seelenregister von 1703 sind in der Roten Reihe veröffentlicht worden:1976
erschien als Heft 2 das Register von Lohne, bearbeitet von Josef Kampschulte und
1984 kam als Heft 8 das Register von Bakum heraus, das Franz-Josef Tegenkamp
transkribiert hat. Beide Register sind sehr exakt ausgeführt und man
kann bei intensivem Studium Schlüsse ziehen auf die religiösen, sozialen und
wirtschaftlichen Verhältnisse der Epoche ,selbst
die demographische Entwicklung wird
zu Beginn des 18.Jahrhunderts und ca
55 Jahre nach dem Ende des 30jährigen Krieges kann bewertet werden.
3.
Die Kontakte zwecks Meinungs- und Erfahrungsaustausch zu
den
benachbarten Genealogischen
Vereinigungen
und Gruppen wurden hergestellt. So
konnten wir Herrn Büsing vom
hiesigen OGF für einen Vortrag
gewinnen und auch seitens der Emsländischen
Genealogen,sprach
auf einer anderen Veranstaltung Herr Norbert Tandecki, Haren/Ems .Sein
Thema lautete :Zur Veröffentlichung der Seelenregister des Münsterschen Amtes
Meppen. Interessant war schon die Vorgehensweise der Emsländer mit einer
archivalischen Quelle, die auch im OM bearbeitet wird. Schließlich hatte das
Emsland ja bis 1803 den gleichen Landesherrn den Münsterschen Fürstbischof.
Herr
Büsing beschäftigte sich mit der Thematik :“Niedersächsische Adelskultur in
genealogisch historischer Betrachtung“ Dieses Thema war geschickt gewählt und
wurde interessiert aufgenommen, weil doch die von Herrn Büsing
behandelten Adelsgeschlechter aus
dem Weserraumes und aus Westfalen
stammten und deren Einfluß , Austrahlung und sogar Verbreitung bis ins
Niederstift Münster reichte.
Lockere
Kontakte bestehen auch nach Osnabrück:
Zum Arbeitskreis Familienforschung Osnabrücke.V. Kiwittstr.1a
49080
Osnabrück. Die Geschäftsstelle ist in 49191 Belm -Vehrte
Welche
Bedeutung haben nun diese Kontakte zu
den benachbarten Genealogischen Gruppen?
Für die jeweilige Forschungsarbeit können wertvolle Impulse
und Anregungen vermittelt werden. Methodische
Hilfen für die wissenschaftlichen
Arbeit erleichtern die Forschung. Das Interesse wecken für Persönlichkeiten und Familien von überörtlicher
Bedeutung, jedoch ist das Interesse für Stammbäume und Ahnenfolgen fremder
Familien anderer Bezirke mit denen keine verwandtschaftlichen Verpflechtungen
bestehen, nicht vorhanden, dies ist
auch nicht durch Mailinglisten oder andere
Hilfsmittel zu erreichen. Dieses Verhalten ist auch nachvollziehbar.
Bibliotheken auf Literatur, die genealogierelevant ist, wurde von den Mitgliedern des FAK gut angenommen und soll wiederholt werden. Es handelte sich um die Bibliothek des Museumsdorfes und um die Heimatbibliothek in Vechta im alten Rathaus.
In
diesem Zusammenhang kann auch erwähnt werden, dass die Genealogische
Forschungsstelle der Mormonen in Osnabrück besucht wurde. Es gibt dort die Möglichkeit
über PC zugängliche Dateien wie den IGI (Internationaler Genealogie Index),
der Namen mit Tauf- und Hochzeitsdaten enthält, einen Ortskatalog mit
Hinweisen auf verfügbare weitere Quellen und einen dritten Katalog, der
40 Millionen Namen aus der ganzen Welt mit kompletten Daten, z.B. auch Stammbäume
enthält. Alle Dateien werden jährlich aktualisiert. Filme mit den weltweit
verfügbaren und einsehbaren Quellen können gegen eine Gebühr von ca 5,- Euro
angefordert und bei der Forschungsstelle ausgewertet werden.
6. Weitere Themen :
Vortrag:
Quellen zur genealogischen Forschung aus der Zeit vom 17. bis zum 18.Jahrhundert Referent:Prof. Dr. Bölsker – Schlicht
Vortrag:
Der Brautschatz des Hofes Borchardt-Meyer in Meyerhöfen /Visbeck im
18.Jahrhundert, Referent Oberstleutnand a.D. Heinrich Havermann. Bei diesem
Thema ging es um einen Streit um den Brautschatz zwischen Vater und dem Anerben
.Die Höhe der Abfindungen der nachgeborenen Kinder führt zum Streit. Der Vater
möchte seine Kinder möglichst standesgemäß in die gleichen sozialen Verhältnisse
verheiraten mit Hilfe von überzogenen
Abfindungen, die der Hoferbe nicht akzeptiert. Erst die Einschaltung der münsterschen
Hofkammer führt zur Schlichtung dieses Familienstreits.
Vortrag:„Chronik
des Hofes Sieve in Ihorst Amt Vechta“ Referent:Peter Sieve
Vortrag:
Die Klerikerdynastie Dey im Niederstift Münster, Referent Heinrich Havermann.
Diese Familie gehörte nach Steinwascher
, dem Leiter des Niedersächsischen Staatsarchivs in Osnabrück, zu den
bedeutensten Klerikerfamilien des nördlichen Westfalen im 16.Jahrhundert. Die
Verhältnisse um die sehr verzweigte Familie waren unübersichtlich und
verworren. Erst die Habilitationsschrift von Freitag eröffnete dieMöglichkeit
, die Forschung zu den Deys folgerichtig zurückzuverfolgen.
Vortrag:
„Auswanderung in die USA „ war ein weiteres Thema von Werner Honkomp.
Sehr ausführlich mit guten Bildmaterialien und Urkunden.
Vortrag:
Möglichkeiten und Erfahrungen der Auswandererkontaktpflege , Quellen Hilfen,
Anschriften Referent F.-J.Tegenkamp
Vortrag:
Essener Bauernhöfe und ihre Familien, Referent Clemens Bröring nimmt Stellung
zu seinem gleichnamigen Buch.
Vortrag:
„Zur Herkunft der Dammer Vogtfamilie von der Hoya- Namen,Wappen,Bastarde.“
Referent Heinrich Prüllage, Neuenkirchen/Vörden . Hier wurde an Hand von Indizien versucht, die Abstammung dieser
Vogtfamilie von dem Geschlecht der Grafen von Hoya zu beweisen.
Vortrag:
„Die Hagmolen zu Westerbakum,Geschichte und Verbreitung der Sippe Hachmöller
im Oldenburger Münsterland und darüber hinaus. Dies war das Thema der letzten
Tagung des Jahres 2002.Referent :Dr. Otto Hachmöller
Veröffentlichungen:
Heft
1 :Walter Denis, Gegenstand
und Methoden der Familienkunde
Heft
2: Joseph Kampschulte,Seelenregister der Pfarrei Lohne aus dem Jahre 1703
Heft
3:Joseph Kampschulte, Personennamen. Versuch einer Deutung
Heft
4:Deeken und Stuke,Nachfahrenliste der Familien Glup, Friesoythe
Heft
5:Walter Deeken,Sebaldus Pancratz und seine Nachfahren.
Heft
6: Peter Sieve Personenschatzungsregister des Amtes Cloppenburg von 1473
Heft
7:Walter Deeken,Nachfolger des Wempe Krose
Heft
8:Fr.-J. Tegenkamp,Status Animarum Bakum 1703
Heft
9:Franz-Josef Tegenkamp, Das Willkommensschatzungsregister von 1568 für das Amt
Vechta
Heft
10: Franz – Josef Tegenkamp: Das Personenschatzungsregister von 1549 für das
Amt Vechta
Heft
11:Bruno Huhnt, Das Verzeichnis der Grundbesitzer und Heuerleute im Kirchspiel
Lohne 1846
Das
Heft 12 erscheint in 2003, es wird zur Zeit von Peter Sieve bearbeitet.
Seit
Anfang 2002 wurde der Ausschuß für Auswandererkontaktpflege im Heimatbund OM
mit dem Familienkundlichen
Arbeitskreis vereinigt. Somit ist Herr Tegenkamp, der die Auswandererkontakte
pflegte, nun auch im Vorstand des neuen kombinierten Arbeitskreises. Schließlich
arbeiten beide Arbeitskreise ja auf dem gleichen Gebiet, der Genealogie.