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Zwischen Katholizismus und Kalvinismus
Die diesjährige Studienfahrt des Heimatbundes für
das Oldenburger Münsterland führte die Teilnehmer nach Rheda-Wiedenbrück.
Die
Trennung der Stadt durch die Autobahn in Rheda und Wiedenbrück spiegelt die
historischen Wurzeln der beiden ursprünglich eigenständigen Städte wieder.
Zunächst stand jedoch die Abteikirche in Marienfeld auf dem Besuchsprogramm. Die
Teilnehmer waren beeindruckt von der Klarheit und der Harmonie, die vom Bau der
fast 800 Jahre alten Kirche ausgehen. Die heute zum Pfarrverband Harsewinkel
gehörende Kirche ist das letzte Überbleibsel des 1829 verkauften und
abgebrochenen Zisterzienserklosters in Marienfeld. Im Jahre 1185 kamen die
Mönche des Zisterzienserordens auf Einladung des damaligen Fürstbischofs von
Münster, Hermann II. von Katzenellenbogen (1173-1203), in die dünn besiedelte
Grenzgegend zwischen Münster, Osnabrück und Paderborn. Zusammen mit dem Kloster
Corvey war Marienfeld eines der reichsten und bedeutendsten Klöster Westfalens.
Krönung des Kirchenbesuches war das durch den Organisten der Cloppenburger St.
Andreas-Gemeinde, Karsten Klinker, gegebene Orgelkonzert. Am Nachmittag
besuchten die Studienfahrtteilnehmer Wiedenbrück, ehemals eine Exklave des
Fürstbistums Osnabrück. Hier zeigten sich die Besucher spürbar beeindruckt von
den gut erhaltenen, schmucken Bürgerhäusern mit den reich verzierten
Fachwerkgiebeln und breiten Toreinfahrten. Diese Häuser sind zum Teil schon im
16. Jahrhundert errichtet worden und zwar auch von Bürgern der damals
eigenständigen, kalvinistisch beherrschten Stadt Rheda, weil damals im
katholischen Wiedenbrück eine größere architektonische Freiheit herrschte.
Den letzten Programmpunkt bildete das Schloss Rheda. Erbaut um 1170 war dies zusammen mit dem Ort Rheda Mittelpunkt einer selbständigen Herrschaft. Hier schloss sich der Kreis der Studienfahrt, da sich der erste Inhaber der Herrschaft, Widukind von Rheda, für die Gründung des Klosters Marienfeld eingesetzt hatte. Nach dessen Tod auf dem Kreuzzug Kaiser Barbarossas vor Akkon fielen Schloss und Herrschaft Rheda an das Haus zur Lippe. Unter deren Herrschaft entstand der Großteil der heutigen Schlossanlage.
Bild: Durch das Gelände der Landesgartenausstellung in Rheda-Wiedenbrück wanderten die Teilnehmer der Studienfahrt des Heimatbundes.