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Besondere Rolle der Johanniter
Symposium befasst sich mit Rolle der Kommende in Bokelesch
Bokelesch/Stapelfeld (ak) - Die Johanniterkommende in Bokelesch im Saterland hat in früheren Jahrhunderten wie die anderen 20 friesischen Niederlassungen des Ritterordens eine besondere Rolle gespielt. Darauf hat der niederländische Historiker Professor Dr. Johannes Mol aus Leeuwarden beim Johannitersymposium am Samstag in Stapelfeld hingewiesen.
Im Gegensatz zu anderen Niederlassungen des Ordens im damaligen Europa waren die friesischen Häuser, die wahrscheinlich bereits ab etwa 1220 entstanden sind, vor allem klösterliche Gemeinschaften, denen das militärische Element völlig fehlte. Charakteristisch war auch, dass sie zu einem großen Teil mit weiblichen Religiosen besetzt waren. Mol bezeichnete sie als Doppelklöster oder als Frauenkonvente unter männlicher Leitung.
Dieser „Sonderfall klösterlicher Art“ konnte sich in der festgefügten Organisationsstruktur des Johanniterordens mit seinen adeligen Ritterbrüdern und Ordenspriestern lange behaupten und sich sogar von der zuständigen Komturei Steinfurt Sonderrechte zugestehen lassen. Die friesischen Häuser im Norden Deutschlands und der Niederlande nahmen so viele Laienschwestern auf, die ansonsten in Klöstern keinen Platz gefunden hätten.
Zum Johannitersymposium hatte Heimatbundpräsident Hartmut Frerichs die Redner und Teilnehmer aus Deutschland, und den Niederlanden im Kardinal-von-Galen-Haus begrüßt, darunter Cloppenburgs Landrat Hans Eveslage, Hans Collmann, der Präsident der Ostfriesischen Landschaft, und Jörg Michael Henneberg von der Oldenburgischen Landschaft.
Das Symposium - eine Arbeitstagung zur Geschichte des Johanniter-Ordens im friesischen Küstenraum und anschließenden Binnenland - veranstalteten der Heimatbund für das Oldenburger Münsterland, die Ostfriesischen Landschaft, das Klooster ter Apel und der Stichting oude Groninger Kerken. Die acht Fachvorträge wurden moderiert von Dr. Hajo von Lengen, dem ehemaligen Direktor der Ostfriesischen Landschaft.