Presse
Artikel
45 Johanniterorden in den Frieslanden
Symposium Experten beraten in der Johanniterkapelle Bokelesch
– Viele Infos
BOKELESCH/HNW - „Die Johanniter und andere Ritterorden des Mittelalters“: Darüber referierte Dr. Gudrun Gleba aus Oldenburg auf der Auftaktveranstaltung anlässlich des Johanniter-Symposiums in der Johanniterkapelle Bokelesch.
Im Mittelalter gab es knapp 100 Klöster in den historischen Frieslanden, davon 23 Johanniterklöster. Zwar ist die Johanniterkapelle in Bokelesch eine allgemein bekannte Größe, aber dennoch gehörten die Frieslande, wo es insgesamt 45 Johanniterorden gegeben hat, nicht zu den bekanntesten der Johanniterorden. „Hätte es die Ritterorden des Mittelalters ohne die Kreuzzüge in den Orient überhaupt gegeben?“: Diese und viele weitere Fragen warf die Referentin in der mit mehr als 60 Wissenschaftlern und Historikern sowie zahlreichen Bürgern aus Strücklingen und Bokelesch voll besetzten Johanniterkapelle auf.
Dabei ging Dr. Gudrun Gleba auf die Geschichte der großen christlichen Kreuzzüge und die Johanniter besonders ein. Eigentlich waren die Johanniter zunächst Mönche, die Pilgerherbergen betrieben, dann jedoch durch die großen Kreuzzüge neben der Pilgerherberge auch neue große Aufgaben dazu übernahmen. Neben den medizinischen Kenntnissen, Kranke und Verwundete zu pflegen, war auch eine große Hingabe im Dienste der Barmherzigkeit notwendig. Gleichzeitig übernahmen die Johanniter aber auch immer stärker den Schutz der Pilger.
Vor dem Vortrag hatte Pfarrer Miroslaw Piotrowski den Wissenschaftlern und Historikern die Johanniterkapelle und die Restaurierungsarbeiten erläutert. Dipl.-Ing. Architekt Ejnar Tonndorf aus Oldenburg führte im Anschluss die Besucher rund um die Kapelle und erklärte dabei die Sanierungsarbeiten.
Die sechsköpfige Gruppe „bontimbre“ aus Osnabrück gab mit geistlicher Musik des Spätmittelalters eine erste Demonstration der Klosterliturgie.
„Von dem Johanniter-Symposium erwarten wir uns Antworten auf die Frage nach der Bedeutung des Johanniterordens für den Küstenraum des nordwestlichen Niedersachsens wie der nordöstlichen Niederlande“, so Hartmut Frerichs, Präsident des Heimatbundes Oldenburger Münsterland. Frerichs hieß die niederländischen Gäste in deren Heimatsprache willkommen. Ein besonderes Lob zollte Frerichs Pfarrer Piotrowski, dessen Engagement und seine Leistungen um die Restaurierung es gebührend zu würdigen gelte.
„Der Heimatbund für das Oldenburger Münsterland dankt Pfarrer Miroslaw Piotrowski für sein außerordentliches Engagement zugunsten der Johanniterkapelle Bokelesch. Da diese zu den wenigen noch erhaltenen mittelalterlichen Kirchen des Oldenburger Münsterlandes gehört, hat Piotrowski mit seinem Einsatz für die Johanniterkapelle beachtenswerte Verdienste um das Oldenburger Münsterland erworben“, so Frerichs, der ihm unter dem starken Beifall der Symposiumteilnehmer ein Buch überreichte.
Bild: Dr. Gudrun Gleba referierte vor mehr als 60 Wissenschaftlern und Historikern aus ganz Deutschland. Bild Hellmann