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Die Sucht nach Erinnerungen
Fachleute referierten zur religiösen Identität in der Region
Cloppenburg (ah) - Um konfessionelle Erinnerungsorte im Oldenburger
Münsterland ging es beim neunten Studientag zur Geschichte des Oldenburger
Münsterlandes in der Heimvolkshochschule in Stapelfeld. Sieben Fachleute
referierten über die religiöse Identität in der Region im 19. und 20.
Jahrhundert.
Die
Präsidentin des Heimatbundes für das Oldenburger Münsterland, Hildegard
Kronlage, sprach in ihrer Begrüßungsrede von einer kollektiven Sucht nach
Erinnerungen.
Vorbild für die „Deutschen Erinnerungsorte“ sind nicht nur die siebenbändigen „Lieux
de mémoire“ des französischen Historikers und Publizisten Pierre Nora, sondern
auch seine methodischen Überlegungen“, sagte Dr. Michael Hirschfeld. Den
Gesichtspunkt, inwieweit religiöse Identität und Region eine Symbiose eingingen,
behandelte Prof. Dr. Alwin Hanschmidt aus Vechta.
Den als so genannten „Moorpapst“ bei vielen in Erinnerung gebliebenen ehemaligen
Offizial Heinrich Grafenhorst stellte Prof. Dr. Joachim Kuropka aus Vechta in
den Mittelpunkt seiner Ausführungen, während es in dem Beitrag des aus Dinklage
kommenden Pastors Dr. Tim Unger um das Ende der Kirchspiele Goldenstedt und
Neuenkirchen ging. Beide Orte im Landkreis Vechta stellen als protestantische
Erinnerungsorte praktisch den Gegenpart zu den katholischen Orten dar.
Katholizismus in der Zeit des Nationalsozialismus bezeichnet einen; im hiesigen
Bewusstsein nachdrücklich verankerten Gedächtnisort, den Dr. Maria Anna Zumholz
am Beispiel das Kreuzkampfes aufzeigte. Die Frage, inwieweit sowohl der
Kirchenbau als auch die Ausstattung der Gotteshäuser eine Konstruktion von
Erinnerungen darstellen, beleuchtete Dr. Ruth Irmgard Dahlinghaus in ihrem
Abschlussreferat.
Text zum Bild:
Die Referenten des neunten Studientages zur Geschichte des Oldenburger
Münsterlandes in der Heimvolkshochschule Stapelfeld (von links): Prof. Dr.
Joachim Kuropka, Dr. Maria Anna Zumholz, Dr. Michael Hirschfeld, Prof. Dr. Alwin
Hanschmidt, die Präsidentin des Heimatbundes für das Oldenburger Münsterland
Hildegard Kronlage und Dr. Tim Unger. Auf dem Bild fehlt Dr. Ruth Irmgard
Dahlinghaus.