Presse
Artikel
Als Petrus und Paulus im Niederstift „regierten“
Studientag beschäftigte sich mit Heimatgeschichte von 1252 bis 1803 / „Hommage an das Bistum Münster“
Stapelfeld (ak) - „Hier führt Petrus den Schlüssel und Paulus das Schwert“, mit einem eingängigen Zitat eröffnete am Samstag Dr. Michael Hirschfeld den 8. Studientag zur Geschichte des Oldenburger Münsterlandes im Kardinal-von Galen-Haus in Stapelfeld.
Über 50 Teilnehmer ließen sich von vier Referenten in die Zeit des Späten Mittelalter und der Neuzeit einführen, als von 1252 bis 1803 unsere Heimat weitgehend kirchlich und weltlich bestimmt wurde von den Diözesen Osnabrück und Münster. Paulus, der münsterische Schutzpatron, steht für die weltliche Herrschaft, denn von 1252 an regierten die Bischöfe von Münster in Vechta, von 1400 an auch in Cloppenburg. Petrus, das ist Osnabrück, denn die kirchlichgeistliche Oberhoheit beanspruchte bis 1667/8 der Bischof von Osnabrück. In diesem Spannungsfeld lagen die Vorträge der Wissenschaftler Professor Dr. Heinrich Schmidt aus Oldenburg, Dr. Christian Hofmann aus Stade, Dr. Michael W. Brandt aus Oldenburg und Dr. Gerd Dethlefs aus Münster. „Unter dem Krummstab ist gut leben“, dies Titelzitat der Tagung wurde in den Referaten in vielen Teilen bestätigt, wenngleich auch unruhige Zeiten zur Sprache kamen.
Beispielhaft sei nur die Gegenreformation erwähnt, in der der münsterische Bischof konsequent und rechtskonform die katholische Konfession in den bis dahin lutherischen Ämtern des Niederstiftes Münster wieder einführte. Den heftigsten Widerstand erlebte er dabei durch den ortsansässigen Adel und die Bürgerschaft der Städte.
Als „Hommage an das Bistum Münster“, das in diesem Jahr das 1200-jährige Bestehen feiert, stellte Tagungsorganisator Hirschfeld die Veranstaltung in seiner Begrüßung vor. Der Heimatbund will auch die Tagung 2006 unter das Motto Kirchengeschichte stellen; dies zudem vor dem Hintergrund, dass das Offizialat in Vechta dann sein 175jähriges Bestehen feiert.
Und Heimatbundpräsidentin Hildegard Kronlage konstatierte in ihrem Grußwort: „Religion ist wieder in“. Dies zeige sich besonders in den bewegten und bewegenden Bildern des Jahres 2005 rund um die Päpste, den Weltjugendtag, das Bistumsjubiläum und die Seligsprechung des Kardinals von Galen.
Foto Kathe:
Die ersten Referenten des Studientages in Stapelfeld begrüßten Heimatbundpräsidentin Hildegard Kronlage und Organisator Dr. Michael Hirschfeld. Aus Oldenburg kam Professor Dr. Heinrich Schmidt (links) und aus Stade Dr. Christian Hoffmann.