Pressebericht: OV am 06.11.2006

Die „heißen Höschen“ auf der Waldhof-Bühne

 

Heimatverein Oythe organisierte zum Münsterlandtag am Samstag ein rundherum gelungenes Kulturprogramm

 

Von Andreas Kathe

Vechta - „Das waren noch Zeiten, als die Pastöre sich nur mit solchen Mäusen abplagen mussten.“ Moderator Heiner Lamping hatte die Lacher auf seiner Seite, als er am Samstagnachmittag den Oyther Grundschulkindern für die gelungene Darstellung der plattdeutschen Geschichte der „Müse van Aite“ dankte.

Mit einer Fülle brillianter Beiträge unterhielten die Vechtaer beim Münsterlandtag des Heimatbundes für das Oldenburger Münsterland im Vechtaer Waldhof die weit über 500 Gäste. Die Oyther Plattdeutsch-AG unter der Leitung von Elisabeth Reinke bildete dabei nach den Musikstücken des Oyther Musikvereins (dirigiert von Eva Hackmann) den Auftakt. Zum ersten Mal ein plattdeutsches Stück im Repertoire hatte der Chor „Voices 99“ unter der Leitung von Elisabeth Averkamp und die „heißen Höschen“ aus eigener Produktion präsentierten gekonnt Sefi Steinhaus und Hanni Lohmann.

Gleich drei Trainer kümmern sich um die Show- und Akrobatikgruppe des SFN Vechta: Susanne Geritzen, Klaus Browatzki und Christina Rauschmayer. Was die jungen Leute auf die Bühne brachten, das hatte meisterliches Format und wurde mit lang anhaltendem Beifall bedacht. Gekonnt interpretierten der Männergesangverein „Frohsinn“ Oythe (Ludger Riemann) und der Frauenchor „Frohsinn“ Oythe (Karin Blömer) unter anderem die „Freude schöner Götterfunken“ und Käthe Stukenborg verriet, „wi dat fräuher so wör: Hygiene is, wenn man sik eier wasket at man smärig is“.

Prächtig unterhalten wurden die Heimatfreunde aus den Kreisen Cloppenburg und Vechta auch von den Vechtaer Funken des Vechtaer Carneval-Clubs, die als „Piraten auf hoher See“ tänzerisch in den Kampf zogen, und von den akrobatisch-tänzerischen Darbietung von Tanzmariechen Marie Menslage (Choreographie jeweils Sabine Michalowski-Brock). Die Funken nutzen den Auftritt praktisch als Generalprobe für die gestrigen Weser-Ems-Meisterschaften in Cloppenburg.
 

So konnte Heiner Lamping am Schluss der gelungenen Show dem Vorbereitungsteam um Oythes Heimatvereinsvorsitzenden Georg Böske und Günther Höne, der hinter der Bühne die Fäden zog, ein großes Dankeschön aussprechen. Es war ein Programm, das sich wirklich sehen lassen konnte, auch wenn die Waldhofbühne sich manchmal doch als sehr beengt erwies.

 

Bild 1: Als „Piraten auf hoher See“ begeisterten die Vechtaer Funken des VCC die über 500 Gäste des nachmittäglichen Kulturprogrammes im Waldhof.

 

Bild 2: Die Oyther „Müse“ brachten die Zuschauer zum Lachen: schön dargestellt von der Plattdeutsch-AG der Grundschule Oythe.

 

Bild 3: Heiner Lamping

 


Bildung als Zukunftsaufgabe

Kultusminister Bernd Busemann lobt die Heimatliebe der Region

 

Vechta (ak) - „Wenn in Deutschland die soziale Sicherung den sechsfach höheren Ausgabenanteil als Bildung in Anspruch nimmt, dann ist das ein Missverhältnis, das wir unseren Kindern als kaum tragbare Erblast und großes Hindernis mit auf den Weg geben.“ Niedersachsens Kultusminister Bernd Busemann machte als Festredner des Münsterlandtages am Samstag im Vechtaer Waldhof deutlich, warum auch unser Bundesland mehr in Bildung investieren muss.

Busemann erläuterte ausführlich die Initiativen der Schulpolitik auf Landes- und auf lokaler Ebene. Er würdigte aber auch die besonderen wirtschaftlichen Leistungen des Oldenburger Münsterlandes und stellte das ausgeprägte Heimatgefühl in der Region als vorbildlich heraus. Diese Heimatliebe, verbunden mit einem gelebten christlichen Arbeits- und Familienethos, seien wichtige Grundlagen für die Erziehung künftiger Generationen.

Vechtas Bürgermeister Uwe Bartels konnte in seinem Grußwort auf die herausragende Entwicklung der Kreisstadt in den vergangenen Jahrzehnten verweisen und darauf, dass die Menschen einer aktuellen Umfrage zufolge sehr gerne in Vechta wohnen. Landrat Albert Focke nahm aus aktuellem Anlass Stellung gegen Forderungen nach einer Gebietsreform: „Getrennt marschieren und gemeinsam schlagen, das hat das Oldenburger Münsterland stark gemacht“.

Heimatbundpräsidentin Hildegard Kronlage hatte zum Münsterlandtag unter anderem fast alle Abgeordneten aus den Kreisen Vechta und Cloppenburg, die beiden Weihbischöfe Heinrich Timmerevers und Dr. Max Georg Freiherr von Twickel sowie Horst-Günther Lucke von der Oldenburgischen Landschaft begrüßen können.

 

Bild 1:  Hoch hinaus schaffte es die Show- und Akrobatikgruppe des SFN Vechta mit ihren exzellenten Darbietungen.

 

Bild 2: Bernd Busemann

 

Bild 3: Uwe Bartels


 

Ring für Carstens

Höchste Auszeichnung unserer Region

Vechta (ak) - Der frühere Bundestagsabgeordnete Manfred Carstens aus Emstek ist am Samstagmorgen auf dem Münsterlandtag in Vechta mit dem „Ehrenring des Oldenburger Münsterlandes“ ausgezeichnet worden. Den eigens für ihn angefertigten Ring überreichten Heimatbundpräsidentin Hildegard Kronlage und Vechtas Landrat Albert Focke als Präsident des Verbundes Oldenburger Münsterland.

Die Laudatio auf Carstens - „einen Top-Politiker des Deutschen Bundestages aus dem Oldenburger Münsterland“ – hielt Professor Dr. Helmut Ottenjann, ebenfalls Träger des Ehrenringes. Ottenjann erinnerte an die vielfältigen Aufgaben, die Carstens in seiner über 30-jährigen Tätigkeit als Abgeordneter und Staatssekretär übernahm und an die Hilfestellungen, die er vielen Menschen, Unternehmen und Institutionen bieten konnte.

Carstens zeigte sich durch die Auszeichnung sehr gerührt und er sagte: „Es gibt viele Menschen im Oldenburger Münsterland, die sich engagieren. Sie alle hätten eine solche Auszeichnung verdient. Ich nehme den Ehrenring stellvertretend für sie an.“

 

Bild:  Die höchste Auszeichnung unserer Heimat, den Ehrenring, nahm Manfred Carstens (Mitte) aus den Händen von Hildegard Kronlage und Albert Focke entgegen; 2. von links Ehefrau Johanna Carstens, links Cloppenburgs Landrat Hans Eveslage.

 


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