Pressebericht: NWZ am 06.11.2006

Stärkung regionaler Identität

TRADITION  Münsterlandtag als Dreh- und Angelpunkt für Heimatbewusstsein

Ihr Charakter zeichnet die Menschen in den Kreisen Vechta und Cloppenburg aus. Die Stadt Vechta präsentiert sich als Gastgeber. 

VON CHRISTOPH FLOREN

 

VECHTA - Der neue Ehrenringträger des Oldenburger Münsterlandes heißt Manfred Carstens (Emstek). Am Sonnabend überreichten Hildegard Kronlage als Präsidentin des Heimatbundes Oldenburger Münsterland (OM) und Verbund „OM“-Präsident Albert Focke die seit 1998 unregelmäßig vergebene Auszeichnung dem langjährigen CDU-Bundes- und Landespolitiker beim Münsterlandtag im „Waldhof“ (Vechta). Beim Dank für die ihm zuteil gewordene Ehrung votierte Carstens dafür, die Punkte „Ehrenamt“, „Leben und Denken in der Familie“ sowie ein „Leben auf der Basis christlicher Grundsätze“ als zentrale Orientierung der Menschen in unserer Region zu erhalten.

Vor mehr als 400 Zuhörern, unter ihnen Vertreter aus Wirtschaft, Politik, Kirche und öffentlichem Leben, hatte Prof. Helmut Ottenjann (Cloppenburg) die Laudatio auf Carstens, dessen politische Laufbahn sich von 1972 bis 2005 erstreckte, gehalten. Er verwies auf den Einsatz des Ausgezeichneten für das „OM“ in verschiedenen Positionen, vom CDU-Bundestagsabgeordneten bis zum Parlamentarischen Staatssekretär in mehreren Bundesministerien hervor. Bei politischen Entscheidungen, so Ottenjannn, sei Carstens stets und ausschließlich seinem Gewissen gefolgt. Das habe sich etwa in der Weigerung gezeigt, dem Paragraphen 218 oder Auslandseinsätzen der Bundeswehr im Kosovo, am Horn von Afrika und in Afghanistan zuzustimmen.

Die Festrede hielt Niedersachsens Kultusminister Bernd Busemann (CDU). Der Gast aus Hannover konzentrierte sich vorrangig auf die Themenkreise „Heimat“ und „Bildung“. Dabei stellte er den Menschen im Oldenburger Münsterland jeweils ein gutes Zeugnis aus.

Im Anschluss an eine deftige Stärkung mit Vizebohnen-Suppe und Schwarzbrot folgte eine Stadtrundfahrt per Bus durch Vechta, bevor Reiner Lamping den kulturellen Nachmittag moderierte. Zu den Mitwirkenden zählten der Musikverein und die Plattdeutsch AG der Marienschule Oythe, die Show- und Akrobatikgruppe des SFN Vechta sowie die Tanzgruppe „Vechtaer Funken“ und Käthe Stukenborg. Zum Tagesausklang wünschte Präsidentin Kronlage allen Gästen einen guten Heimweg, und ein Wiedersehen beim nächsten Münsterlandtag 2007.

 

Bilder: Christoph Floren:

Bild 1: Für den guten Ton bei der Festkundgebung im „Waldhof“ sorgte das Streichorchester der Kreismusikschule Vechta unter Thomas Erdl-Knietzna (rechts)Bild 2:  Sichtlich erfreut zeigte sich Manfred Carstens über den ihm verliehenen Ehrenring.


 

Heimat gibt den Menschen Halt

MÜNSTERLANDTAG  Kultusminister Busemann betont Bedeutung regionaler Identität

Heimat sei ein Orientierungspunkt in einer immer komplizierter werdenden Welt. Die Förderung des Niederdeutschen liege ihm am Herzen, sagte der Minister. 

VON CHRISTOPH FLOREN, REDAKTION VECHTA

 

VECHTA - Liebe zur Heimat und die Verbundenheit mit ihr seien gerade im globalen, flexiblen und mobilen Zeitalter wichtige Werte. Darauf hat Kultusminister Bernd Busemann (CDU) hingewiesen „Wir alle brauchen einen Ankerplatz, einen Ort, mit dem wir verwurzelt sind. Wir brauchen in der Zeit der Informations- und Angebotsflut und gleichzeitigen Orientierungs- und Haltlosigkeit die Gewissheit: hier gehöre ich hin, hier bin ich zu Hause“, sagte der Minister beim Münsterlandtag des Heimatbundes Oldenburger Münsterland am Sonnabend in Vechta.

Zur Entwicklung und Festigung regionaler Identität trage auch die plattdeutsche Sprache bei, sagte der Politiker. Deshalb sei es wichtig, Niederdeutsch als Regionalsprache zu fördern und dafür auch an den Schulen entsprechende Rahmenbedingungen zu schaffen.

Busemann lobte den innerhalb weniger Jahrzehnte vollzogenen Wandel des Oldenburger Münsterlandes „von einer der ärmsten Regionen Deutschlands“ zu einem „der wachstumsstärksten“ Teile des Landes. Verantwortlich für diese Entwicklung sei in erster Linie der Mittelstand „als Herzstück der Region“.

Darüber hinaus brach der Minister eine Lanze für den von der CDU/FDP-Landesregierung eingeschlagenen Weg zur Schulreform und hob dabei die Vorteile der eigenverantwortlichen Schulen und der Ganztagsschulen hervor. Gerade dieses Angebot biete Möglichkeiten zur Projektarbeit und individuellen Förderung der Kinder.

Busemann rief die Eltern dazu auf, die „schicksalsprägende“ Tragweite des Aufwachsens von Kindern in der Familie nicht aus den Augen zu verlieren. Die Familie sei „nach wie vor der Kern der Gesellschaft sowie der erste und wichtigste Ort von Erziehung und Bildung“.

Für sein jahrzehntelanges Engagement für die Menschen in der Region erhielt der CDU-Politiker, ehemalige parlamentarische Staatssekretär und früher Bundestagsabgeordnete Manfred Carstens aus Emstek (Landkreis Cloppenburg) den Ehrenring des Oldenburger Münsterlandes.

Der Heimatbund Oldenburger Münsterland sowie der Verbund Oldenburger Münsterland vergeben diese Auszeichnung seit 1998 in unregelmäßigen Abständen an Persönlichkeiten, die sich um die Landkreise Vechta und Cloppenburg verdient gemacht haben. Vor Manfred Carstens sind Gerd Glup (Friesoythe), Clemens-August Krapp (Vechta) und Professor Dr. Helmut Ottenjann (Cloppenburg) mit dem Ehrenring ausgezeichnet worden.

 

Bild: Christoph Floren

Bei der Verleihung des Ehrenringes (v.l.): Manfred Carstens, Heimatbund-Präsidentin Hildegard Kronlage und der Vechtaer Landrat Albert Focke.

 


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