Pressebericht: OV am 07.11.2005

„Spürbar für das Gemeinwohl einsetzen“

 

Auf dem Münsterlandtag in Molbergen Appell des Heimatbundes an alle Abgeordneten

 

Von Andreas Kathe

 

Molbergen - „Der Besuch des Münsterlandtages ist auch ein Bekenntnis zur Region“ Als Hildegard Kronlage, die Präsidentin des Heimatbundes für das Oldenburger Münsterland am Samstagmorgen die Gäste des Münsterlandtages in der großen Molberger Sporthalle begrüßte, da saßen vor ihr rund 550 Frauen und Männer aus den Kreisen Cloppenburg und Vechta. Und als am Nachmittag Molbergens früherer Bürgermeister Antonius Lamping durch das sehr schöne Kulturprogramm führte, da drängten sich weit über 600 Zuschauer in der Halle - ein Zuspruch wie schon lange nicht mehr.

Kronlage nutzte die Gunst der Stunde, um neben hohem Lob für die gastgebende Gemeinde und für den Zusammenhalt im Oldenburger Münsterland auch Kritisches anzumerken. Ohne direkt Personen zu nennen, forderte sie erneut „klare Verhältnisse“ in der Oldenburgischen Landschaft; hier ist der „Fall Schute“ noch immer nicht gelöst. Und sie sprach von Abgeordneten in der Region, die das Parteiinteresse offenbar noch immer über das Wohl der Menschen im Lande stellten; und dies vor dem Hintergrund der Tatsache, dass immer mehr Menschen das Vertrauen in Parteien und Politiker verloren hätten.

Man dürfe erwarten, so die Präsidentin, dass „unsere Abgeordnete sich bemühen, gemeinsame Werte für unser Land zu finden, eine tragfähige Ordnung zu gestalten und für ihre Wähler spürbar das Gemeinwohl dem Parteiwohl vorzuziehen.“ Dies leitete über auf den Festvortrag des Vechtaer Professors Dr. Joachim Kuropka, der den am 9. Oktober selig gesprochenen Kardinal von Galen mit einem Satz des Kardinals selbst vorstellte: „Grundsätze, die nicht jeden Tag mit der augenblicklich populären Tagesmeinung wechseln.“

Galen habe, so Kuropka, aus dem Glauben heraus vorbildlich gehandelt; so, dass sich Politiker heute daran ein Beispiel genommen hätten. Der Festredner erinnerte an Clemens August Krapp, der im Landtag in Hannover dafür gesorgt hatte, dass der Gottesbezug in die Landesverfassung aufgenommen wurde, und an Manfred Carstens, der als Staatssekretär im Bundestag gegen die Abtreibungsregelung stimmte und so sein Amt gefährdete.

Heimatbundpräsidentin Kronlage griff Kuropkas Worte in ihren Schlussbemerkungen auf und betonte, dass für viele Menschen moralische Grundsätze und Werte heute fragwürdig und beliebig geworden seien. Es müsse auch weiterhin erlaubt sein, „das Gute gut und das Böse böse zu nennen.“

In ihren Grußworten hatten Molbergens Bürgermeister Ludger Möller und Cloppenburgs Landrat Hans Eveslage auf die sehr gute Entwicklung der Gemeinde und des Oldenburger Münsterlandes insgesamt hingewiesen. Sie betonten auch die positive Rolle der gerade in Molbergen starken Gruppe der Aussiedler: „Sie haben erheblich zum wirtschaftlichen Wachstum der gesamten Region beigetragen“.

 

Fotos Kathe:

1. „Nasenküsse“ verteilten die rund 100 Mädchen und Jungen des Kinder- und Jugendchores Molbergen mit ihrer Leiterin Ria Deeken musikalisch an die über 600 Gäste des Kulturprogramms beim Münsterlandtag.

2. Die nagelneue Molberger Chronik aus der Feder von Paul Spille verteilten Bürgermeister Ludger Möller (links) und Heimatvereinsvorsitzende Maria Niebuhr (im Vordergrund) unter anderem an Manfred Carstens, die Heimatbundvorsitzende Hildegard Kronlage und den Geschäftsführer Heinrich Havermann (rechts).

 

 Meinung

 

Eine klare „Gelbe Karte“

Von Andreas Kathe

Aus zweierlei Gründen war der Münsterlandtag in Molbergen ein bemerkenswertes politisches Ereignis: Es waren zum einen fast alle Abgeordneten des Oldenburger Münsterlandes vertreten. Ein deutliches Zeichen, dass sie wohl wissen, wie dringend notwendig der enge Schulterschluss - auch über den Heimatbund - zu den Menschen in ihrer Heimat ist. Zum anderen hat Hildegard Kronlage als Präsidentin diesen Vertretern unserer Region die „Gelbe Karte“ gezeigt: Parteipolitische Rangeleien und persönlicher Ehrgeiz haben zurückzustehen gegenüber den Interessen genau dieser Menschen. Es waren schon recht deutliche Worte, auch wenn mit Absicht keine Namen genannt wurden. Die „Rote Karte“ kann ja mit Namensnennung folgen, wenn die Einsicht fehlt.


  

Kultur mit Trachtengruppe aus dem Eichsfeld

Molbergen (ak) - Molbergen, die Gemeinde mit dem höchsten Bevölkerungszuwachs im Land Niedersachsen und mit der jüngsten Einwohnerschaft, präsentierte sich auf dem Münsterlandtag am Samstag sehr eindruckvoll. Beteiligt daran war mit der Streichergruppe der Freien Evangelium-Christengemeinde auch eine Gruppe der hier ansässig gewordenen Aussiedler.

Unter der Leitung von Antonius Lamping zeigten im Kulturprogramm am Nachmittag viele Gesangs-, Musik-, Tanz- und Sportgruppen ihr Können. Als Gast war auch eine schmucke Trachtengruppe aus der befreundeten Gemeinde Hildebrandshausen im Eichsfeld dabei.


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