Pressebericht: NWZ am 07.11.2005
Selbstbewusstsein demonstriert
Münsterlandtag Heimatbund und Gemeinde Molbergen stellen ihre Stärken dar
Der Münsterlandtag ist ein Bekenntnis zur Region. Die Redner betonten, welchen Wert das Oldenburger Münsterland für sie als Heimat und Kulturregion hat.
Von Christoph Koopmeiners
Molbergen
– Das Oldenburger Münsterland hat offenbar mit dem Paradies einiges gemeinsam.
So jedenfalls, wenn man Clemens August Graf von Galen glaubt, der 1913 schrieb,
dass er Gott dankbar sei, ihm eine so „paradiesähnliche Heimat“ gegeben zu
haben. Von Galens Grundsätze und Überzeugungen standen im Mittelpunkt des
Festvortrages beim Münsterlandtag am Sonnabend in Molbergen. Darin ging Prof.
Dr. Joachim Kuropka (Hochschule Vechta) auch auf die Kräfte und Werte der
Heimat, die ein Eckpfeiler im Leben von Galens darstellten, ein. Der vor einem
Monat in Rom selig gesprochene Bischof sah sich mit den Menschen im Oldenburger
Münsterland „fest verwurzelt im Heimatboden“ und bezeichnete die Menschen hier
als „Vorbilder unerschütterlich festen katholischen Glaubens“.
„Wir sind stolz auf unser Oldenburger
Münsterland und verbergen keineswegs ein entsprechendes regionales
Selbstbewusstsein“, meinte denn auch Hildegard Kronlage, die Präsidentin des
Heimatbundes für das Oldenburger Münsterland, vor rund 500 Gästen in der
Sporthalle. Molbergen richtete nach 26 Jahren wieder einen Münsterlandtag aus.
Am Vormittag stand die Kundgebung auf dem Programm, am Mittag eine Busfahrt
durch die Gemeinde und am Nachmittag Kultur mit Tanz- und Musikdarbietungen von
diversen Gruppen aus Molbergen.
Die Gemeinde ist nach Kronlages Ansicht ein
gutes Beispiel für die positive Entwicklung, die im Oldenburger Münsterland zu
beobachten sei. Entsprechend selbstbewusst stellte Bürgermeister Ludger Möller
seine Gemeinde vor. Molbergen ist die am stärksten wachsende Gemeinde aller
Kommungen in Niedersachsen. Von Juni 1987 bis heute stieg die Einwohnerzahl um
68,2 Prozent von 4688 auf 7866. Außerdem hat Molbergen die jüngste Bevölkerung
bundesweit. 43,25 Prozent sind jünger als 30 Jahre. Molbergen gehört zu den drei
Kommunen in Niedersachsen, die schuldenfrei sind. Neben Landwirtschaft und
Gewerbe entwickelt sich der Fremdenverkehr zu einer weiteren tragenden Säule.
Der Ferienpark „Dwergter Sand“ hat dieses Jahr 75 000 Übernachtungen
registriert.
Dass das Oldenburger Münsterland inzwischen längst nicht mehr nur katholisch ist, wird besonders in Molbergen deutlich. Durch die Gründung der Friedland-Siedlung 1975 wurde die Gemeinde ein Anziehungspunkt für Aussiedler. Möller: „Die Integration der zugezogenen Neubürger als ein Faktor unserer rasanten Entwicklung wird sicherlich noch eine ganze Weile eine stete Herausforderung bleiben. Hiermit verbunden sind unsere Bemühungen und das Engagement um Heimatchance und Heimatrecht für alle.“
Nach Ansicht von Möller sind trotz eines umgehenden Werteverlustes in unserer Gesellschaft Heimat und Tradition nicht tot. „Wirt müssen uns auf unsere Eigenarten besinnen. Wir brauchen dringender denn je Menschen mit festen Werten, Rückgrat, Idealismus und Zivilcourage. Wir brauchen mehr von Galens“, forderte der Bürgermeister.
Bilder:
1. Gemeinsam sind wir stark und kommen hoch hinaus: So wie diese Kinder hat auch der Heimatbund für das Oldenburger Münsterland am Sonnabend beim Münsterlandtag in Molbergen das Zusammengehörigkeitsgefühl der Region untermauert. Das Selbstbewusstsein spiegelt sich in der Wirtschaftskraft wider. Bild: Fischer
2. Das Wedeln der Fähnchen in den Farben des Oldenburger Landes gehörte zum Auftritt dieser Molberger Kindergruppe. Bild: Eckhard Albrecht
3.Heimatbund-Präsidentin Hildegard Kronlage überreichte das neue Jahrbuch an mehrere Gäste des Münsterlandtages. Bild: Christoph Koopmeiners