Klares Bekenntnis zu Ehe und Familie
HEIMATBUND Plattdeutsch und die
„Einheit in der Zweiheit“ stehen im Mittelpunkt des Münsterlandtages
Als einen großen Erfolg wertet der Heimatbund den Münsterlandtag. - 2005
präsentiert sich Molbergen.
VON PETER LINKERT
HOLDORF
- Mit einem klaren Bekenntnis zu Ehe und Familie schloss am Sonnabend der
„offizielle Teil“ des Münsterlandtags des Heimatbundes für das Oldenburger
Münsterland. Zuvor hatten Dr. UlfThomas Lesle (Institut für niederdeutsche
Sprache, Bremen) und Heinrich Siefer vom Stapelfelder Kardinal-von-Galen-Haus
flammende Plädoyers für den Erhalt des Plattdeutschen gehalten.
Bei aller Toleranz müsse es einmal „offen gesagt werden, dass es für die Zukunftsfähigkeit unseres Landes ausgesprochen wertvoll, ja unabdingbar ist, wenn Männer und Frauen sich einander in der Ehe anvertrauen und Kindern so das Urvertrauen für ein erfülltes Leben weitergeben“, sagte Heimatbund-Präsidentin Hildegard Kronlage vor gut 400 Gästen, die sich zur Kundgebung am Vormittag in der Sporthalle in Handorf-Langenberg in der Gemeinde Holdorf eingefunden hatten - darunter der frühere Weihbischof von Vechta, Max-Georg Freiherr von Twickel, und die Träger des Ehrenrings des Heimatbundes, Prof. Dr. Helmut Ottenjann und Clemens-August Krapp.
Gastgeber des Münsterlandtags war die Gemeinde Holdorf. Im nächsten Jahr ist Molbergen an der Reihe. Mit Bürgermeister Ludger Möller an der Spitze war auch schon eine Molberger Delegation zum „Spionieren“ zugegen. Und die Holdorfer gaben guten Anschauungsunterricht. Bürgermeister Dr. Wolfgang Krug - Oberfranke und erst seit kurzem in Holdorf - hatte sich bestens präpariert, war aber „froh, dass ich nicht der einzige bin, der seine Ansprache auf Hochdeutsch hält“.
Kronlage
betonte das Engagement des Heimatbundes für die plattdeutsche Sprache und das
Festhalten an der „Einheit in der Zweiheit“, wie das Zusammenwirken und -gehören
Vechtas und Cloppenburgs beim Heimatbund und darüber hinaus gewürdigt wird. Das
Engagement für die Sprache komme auch in der Herausgabe mehrerer Schriften zum
Tragen. Kronlage verwies auf das neue Buch „Plattdütsche Spräkwör un Schnäcke“.
Vechtas Landrat Albert Focke betonte die Bedeutung des Heimatbundes fürs
Oldenburger Münsterland. Die finanzielle Unterstützung durch die Kreise sei für
2005 gesichert, versprach er auch im Namen seines Cloppenburger Pendants Hans
Eveslage.
Am Nachmittag fanden sich noch einmal an die 500 Besucher ein, die einem bunten Kultur-Programm folgten, mit dem sich die Holdorfer vorstellten. Zuvor hatten gut 400 Besucher des Münsterlandtags an Busfahrten durchs Gemeindegebiet teilgenommen.
PLATTDEUTSCH PFLEGEN KOstet auch etwas
Heinrich
Siefer hat sich auf dem Münsterlandtag vehement für die verstärkte Pflege
des Plattdeutschen eingesetzt. Dazu sei eine Vernetzung der vielfältigen
bestehenden Aktivitäten nötig. Und außerdem müsse man bei den Kindern anfangen:
„Wenn wi Plattdüütschen in't Ollenborger Münsterland wat an use Spraoke uk för
kaomen Tieden daun willt, dann mäöt wi us bin'annersetten un bi de lüttken
Kinner anfangen un bi de jungen Öllern. Off Platt greunt, wasset, lebennig bliff,
man besünners uk, off use Kinner up eine vernünftige Aort un Wiese in use Gägend
tweispraokig wedd, hebbt de Öllern van de lüttken Kinner mit in de Hand. Un dor
bruukt de Öllern un de Erzieherinnen in 'n Kinnergorn un de Lehrers in de
Grundschaule uk masse Stöhn to. Dor is dat Vernetzen van aal de verschälen
Plattdüütschen Krings besünners nödig, üm dat dor Lüüe an de Hand naohmen wedd
un ehr wieset wedd, wo dat dann loopen kann – Plattdüütsch un Hochdüütsch Siet
an Siet. Un so käönt dor ’ne Riege Plattprooters weer naohjungen. Dat käönnt
aower nich de Ehrenamtlicken allennig leisten. Uk de Politikers mäöt dor Stöhn
gäwen. Dat is mit Säönndaogsräden nich daon. Dat kost uk wat. Is ’t dat nich uk
wert?
Bild 1:
Beim geselligen Teil des Münsterlandtags am
Sonnabendnachmittag war Mitsingen angesagt. Mit dem Bergmannslied erinnerten die
Gäste an die Entstehung des Holdorfer Ortsteils Langenberg, der als Siedlung für
die Bergleute des Dammer Bergwerks gegründet worden war.
Bilder: Peter Linert
Bild 2:
Hildegard Kronlage (links) überreichte die
ersten Ausgaben von „Plattdütschen Spröäkwör un Schnäcke“ an den Autoren Bernd
Grieshop und die Witwe des verstorbenen Autoren Werner Kuper. Dazu gab es das
Jahrbuch 2005.
Bild 3:
Heinrich Siefer setzt sich für Plattdeutsche
ein.