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Münsterländische Tageszeitung, 06. März 2006
Mit „halber Kraft in der Bibliothek
Heimatbund legt reduzierten Haushalt vor
Von Hermann Huge
Löningen – Der Heimatbund für das Oldenburger Münsterland setzt seine Fachkraft in der Heimatbibliothek in Vechta nur noch mit halber Stundenzahl ein. Mit dieser Maßnahme reagiert er auf die finanziell schwierige Lage der Landkreise Cloppenburg und Vechta, die die Stelle in den vergangenen Jahren mit jeweils rund 40 000 Euro bezuschusst hatten und für 2006 nur noch 19 800 Euro zahlen. Das teilte Geschäftsführer Heinrich Havermann am Samstagnachmittag beim Delegiertentag im Heimatzentrum in Huckelrieden mit.
Vor Sitzungsbeginn nahmen die Delegierten am Tagungsort das Heimathaus und die Schutenmühle in Augenschein. Bei Kaffee und Kuchen segneten sie danach einstimmig die Geschäftsberichte und den Kassenbericht für 2005 sowie den Haushalt für 2006 ab. Dass es im Vorjahr einen Fehlbetrag von knapp 3 500 Euro in der Kasse gab, begründete Havermann mit „der Schwierigkeit, jedes Mal eine Punktlandung hinzubekommen“. So wurden 2005 unter anderem nur 5500 statt der kalkulierten 6000 Exemplare des Jahrbuches Oldenburger Münsterland verkauft.
Der Vorstand betrachtet den Verkaufsrückgang zwar „mit Sorge“, reagiert aber auch auf diese Entwicklung. So sollen in diesem Jahr nur noch 5500 Exemplare des mehr als 400 Seiten starken Jahrbuchs auf den Markt gebracht werden. Ohnehin präsentierten Schatzmeister Bernd Tepe und seine Vorstandskollegen mit insgesamt 163 500 Euro einen gegenüber 2005 deutlich abgespeckten Haushalt. Dabei stellen Spenden einen wichtigen Einnahmefaktor dar, betonte Havermann, der auf ein „stilles Gebet, dass die Gelder fließen“ setzt. „Aber wir hoffen nicht gegen die Vernunft“, so der Geschäftsführer mit Blick auf die bisherige Spendenbereitschaft in der Region.

Die Schuten-Mühle und das
Heimathaus in Huckelrieden war diesmal Treffpunkt für den Delegiertentag des
Heimatbundes
Zufrieden äußerte sich Havermann mit den Aktivitäten im Vorjahr. Der Münsterlandtag in Molbergen sei außerordentlich gut besucht worden. Auch bei der Sanierung der Johanniterkapelle in Bokelesch hätten sich „die Mühen gelohnt“.
Zum Engagement für die heimische Kultur - gerade auch in der „zurzeit angespannten wirtschaftlichen Lage“ - und für den Erhalt der Sprache sowie des Brauchtums rief Heimatbund-Präsidentin Hildegard Kronlage die Delegierten auf, Sie konnte zum Delegiertentag neben den Landräten Hans Eveslage und Albert Focke auch Löningens Bürgermeister Thomas Städtler und den Vorsitzenden des rund 900 Mitglieder starken Heimatvereins Löningen, Uwe Kumpmann, begrüßen. Für die Heimatfreunde müsse gelten, „die Eigenarten der Region noch stärker herauszuarbeiten und das Zusammenleben der Menschen auf die bewährte Art und nach den anerkannten Werten zu fördern“, so Kronlage. Zur Wahrung der Kultur seien neben den Erfahrungen der Vorfahren auch die Archive als „kollektives Gedächtnis“ des Landes und der Region vonnöten, betonte die Präsidentin. Das machte ebenfalls der Leiter des Niedersächsischen Staatsarchivs in Oldenburg, Dr. G. Steinwascher, in seinem Vortrag „Die Vergangenheit in der Gegenwart für die Zukunft sichern - die Aufgabe der Archive“ deutlich.
Eine personelle Unterstützung gibt es für den Vorstand des Heimatbundes. Die Delegierten wählten einstimmig Ulrike Hinrichs zur zweiten Beisitzerin. Die ehemalige Oberstudienrätin am Cloppenburger Clemens-AugustGymnasium soll insbesondere im Redaktionsbeirat für das Jahrbuch mitarbeiten und sich um die Einbindung der Jugendlichen kümmern.
Ehrung
für Berna Sassen
Heimatbund dankt mit „Goldener Blume“
Löningen (hu) – Mit der „Goldenen Blume zeichnete der Heimatbund für das Oldenburger Münsterland Berna Sassen aus. „Das war ein ganz einsamer Beschluss des Vorstandes“, betonte Heimatbund-Präsidentin Hildegard Kronlage beim Delegiertentag in Löningen.
Berna Sassen ist gebürtige Friesoytherin und seit dem 1. Februar 1993 als Assistenz der Geschäftsführung für den Heimtbund tätig. „Frau Sassen ist für den Betrieb der Geschäftsstelle des Heimtbundes der Motor“, lobte die Präsidentin die Mitarbeiterin. Seit Januar 2001 erledige sie auch die Buchführung des Heimatbundes mit „große4r Sorfgfalt und Gewissenhaftigkeit“.
Die „Goldene Blume“ sei eine Auszeichnung für Frauen, die Außergewöhnliches geleistet hätten, so Kronlage, „und Berna Sassen hat sie verdient“. Das meinten auch die Mitglieder und applaudierten kräftig.
Die „Goldene Blume“
heftete Heimatbund-Präsidentin Hildegard
Kronlage (r.) Berna Sassen ans Revers.
Fotos: Huge