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Oldenburgische Volkszeitung, 07. März 2005
„Was macht Schute jetzt?“
Heimatbundpräsidentin fordert Aufklärung im Landschafts-Streit
Von Andreas Kathe
Dinklage -Der Heimatbund für das Oldenburger Münsterland hat die
Oldenburgische Landschaft aufgefordert, alles Mögliche zu tun, um eine weitere
Belastung der Landschaft durch die Streitigkeiten mit der früheren Direktorin
Ursula-Maria Schute zu vermeiden. Damit reagierte der Heimatbund anlässlich der
Delegiertenversammlung im Dinklager Burghotel am Samstag auf ein Urteil des
Oberverwaltungsgerichtes Lüneburg, das zwar einen Einspruch von Schute gegen
ihre Abberufung als Direktorin in letzter Instanz verwarf. Damit ist aber der
Rechtsstreit über die Weiterbeschäftigung noch nicht vom Tisch; „er kann sich
noch jahrelang hinziehen“, zitierte Heimatbundpräsidentin Hildegard Kronlage
einen Zeitungsbericht.
Sie stellte einen Fragenkatalog vor, der der Landschaft zur bevorstehenden Versammlung am 12. März in Wilhelmshaven vorgelegt wird. So soll dann belegt werden, was Ursula-Maria Schute seit ihrer Abberufung im Herbst 2003 für ihr Gehalt getan hat und welche organisatorischen Überlegungen es gibt, um die Finanzen der Landschaft durch das hohe Gehalt - es macht etwa zehn Prozent des Gesamtetats aus - nicht weiter zu belasten. Der Heimatbund sieht bisher nur „unbefriedigende Antworten“ zu diesem Fall und befürchtet, dass der Rechtsstreit eine wirkungsvolle Arbeit der Landschaft behindert oder sogar die Existenz der Kulturinstitution bedroht.
Zur Delegiertenversammlung hatte Kronlage rund 100 Vertreter der örtlichen
Heimatvereine aus den Kreisen Cloppenburg und Vechta, der Kommunen und der
Heimatbundausschüsse begrüßen können. Die Landräte Hans Eveslage und Albert
Focke waren ebenso anwesend wie eine Reihe von Bürgermeistern. Heinrich
Moormann, der Dinklager Bürgermeister, stellte in einer kurzen Rede die Stadt
vor und gab einige Anregungen für Themen, die die Kommunen und auch den
Heimatbund in der nächsten Zeit beschäftigen könnten.
Mit der Ehrengabe des Heimatbundes ausgezeichnet wurden Dr. Theo Oltmann (74) aus Bösel und die beiden Dinklager Heinrich Hartong (73) und Walter Wendeln (78). Oltmann setzt sich seit vielen Jahren intensiv für den Erhalt der plattdeutschen Sprache ein und ist Vorsitzender der Vereinigung Borsla, die jährlich einen Literaturpreis auslobt. Hartong ist über die Grenzen der Stadt Dinklage hinaus bekannt als Naturforscher und -Kenner sowie als Künstler. Wendeln hat sich seit vielen Jahren um die Familienforschung in der Region verdient gemacht.
Die Delegierten beschlossen eine Preiserhöhung für das Heimatbundjahrbuch (künftig zehn statt 8,50 Euro) und hörten einen interessanten Galen-Vortrag des Vechtaer Professors Dr. Joachim Kuropka.
Fotos: Kathe
Bild1: Herzliche Begrüßung im Innenhof der Burg Dinklage: Äbtissin Máire Hickey
erläuterte den Heimatfreunden kurz die Geschichte der Anlage und des Klosters.
Bild2: Urkunden und Uhren gab es von Heimatbundpräsidentin Hildegard
Kronlage für (von links) Walter Wendeln, Dr. Theo Oltmann und Heinrich Hartong.