Presse Artikel
zum Delegiertentag am 05. März 2005 in Dinklage

Münsterländische Tageszeitung, 07. März 2005

 „Rechtsstreit bedroht Existenz“

Heimatbundpräsidentin Hildegard Kronlage fordert Aufklärung im Landschafts-Konflikt

Dinklage (ak) - Der Heimatbund für das Oldenburger Münsterland hat die Oldenburgische Landschaft aufgefordert, alles Mögliche zu tun, um eine weitere Belastung der Landschaft durch die Streitigkeiten mit der früheren Direktorin Ursula-Maria Schute zu vermeiden. Damit reagierte der Heimatbund anlässlich der Delegiertenversammlung im Dinklager Burghotel am Samstag auf ein Urteil des Oberverwaltungsgerichtes Lüneburg.

Das hatte zwar einen Einspruch von Schulte gegen ihre Abberufung als Direktorin in letzter Instanz verworfen. Damit ist aber der Rechtsstreit über die Weiterbeschäftigung noch nicht vom Tisch; „er kann sich noch jahrelang hinziehen“, sagte Heimatbundpräsidentin Hildegard Kronlage.

Sie stellte einen Fragenkatalog vor, der der Landschaft zur bevorstehenden Versammlung am 12. März in Wilhelmshaven vorgelegt werde. So soll dann belegt werden, was Ursula-Maria Schute seit ihrer Abberufung im Herbst 2003 für ihr Gehalt getan hat und welche organisatorischen Überlegungen es gibt, um die Finanzen der Landschaft durch das hohe Gehalt - es macht etwa zehn Prozent des Gesamtetats aus - nicht weiter zu belasten.

Der Heimatbund für das Oldenburger Münsterland sieht bisher nur „unbefriedigende Antworten“ zu diesem Fall und befürchtet, dass der Rechtsstreit eine wirkungsvolle Arbeit der Landschaft behindert oder sogar die Existenz der Kulturinstitution bedroht.

Zur Delegiertenversammlung hatte Kronlage rund 100 Vertreter der örtlichen Heimatvereine aus den Kreisen Cloppenburg und Vechta, der Kommunen und der Heimatbundausschüsse begrüßt. Die Landräte Hans Eveslage und Albert Focke waren ebenso anwesend wie eine Reihe von Bürgermeistern. Heinrich Moormann, der Dinklager Bürgermeister, stellte in einer kurzen Rede die Stadt vor und gab einige Anregungen für Themen, die die Kommunen und auch den Heimatbund in der nächsten Zeit beschäftigen könnten.

Mit der Ehrengabe des Heimatbundes ausgezeichnet wurden Dr. Theo Oltmann (74) aus Bösel und die beiden Dinklager Heinrich Hartong (73) und Walter Wendeln (78). Oltmann setzt sich seit vielen Jahren für den Erhalt der plattdeutschen Sprache ein und ist Vorsitzender der Vereinigung Borsla, die jährlich einen Literaturpreis auslobt. Hartong ist über die Grenzen der Stadt Dinklage hinaus bekannt als Naturforscher und –kenner sowie als Künstler. Wendeln hat sich seit vielen Jahren um die Familienforschung in der Region verdient gemacht.

Die Delegierten beschlossen eine Preiserhöhung für das Heimatbundjahrbuch (künftig zehn statt 8,50 Euro) und hörten einen interessanten Galen-Vortrag des Vechtaer Professors Dr. Joachim Kuropka.

 Foto: Kathe
Dreimal Urkunden und Uhren: Heimatbundpräsidentin Hildegard Kronlage ehrte gestern in Dinklage (von links) Walter Wendeln, Dr. Theo Oltmann und Heinrich Hartong für ihre Verdienste.    


Münsterländische Tageszeitung, 08. März 2005

 Papst gab von Galen früh Rückendeckung

Kuropkas Erkenntnisse aus Vatikan-Akte

 Cloppenburg/Vechta (ak) - Bischof von Galen im Spiegel von Akten aus dem Vatikanischen Geheimarchiv - Einblicke in die Forschung gab Professor Dr. Joachim Kuropka den Delegierten des Heimatbundes für das Oldenburger Münsterland. Anhand der Dokumente, die Kuropka im vergangenen Jahr in Rom einsehen konnte, zeichnete er ein Bild des Bischofs von Münster, in dem die enge Verbindung zum Heiligen Stuhl schon früh nach der Ernennung im Jahr 1933 deutlich wurde: „Galen hatte bei seinen Auseinandersetzungen mit dem NS-Regime die volle Rückendeckung des Papstes“. Kuropka widersprach auch der oft geäußerten Ansicht, Clemens August Graf von Galen sei bei der Bischofsernennung nur dritte Wahl gewesen. „Das stimmt nicht, er war erste Wahl und wurde schon früh im Jahr 1933 als aussichtsreicher Kandidat genannt.“ Galen wurde dann Bischof, nachdem zwei weitere Kandidaten abgesagt hatten. Kuropka vermutet hier, dass bei diesen Absagen auch die immer klarer werdende Auseinandersetzung mit dem NS-Regime eine Rolle spielte. Falsch sei zudem die Forschermeinung, Galen sei von den Nationalsozialisten als neuer Bischof uneingeschränkt akzeptiert worden. Kuropka: „Die NSDAP aus Münster hat sofort in Berlin interveniert und Bedenken geäußert. Und ein begeisterter Anhänger der Nationalsozialisten versuchte noch im letzten Moment über Hitler direkt die Ernennung Galens zu verhindern.“ Kuropka weist Versuche zurück, die Auseinandersetzung zwischen der katholische und Teilen der evangelischen Kirche und dem Nationalsozialismus als schlichten Widerspruch abzutun. Es sei vielmehr um einen „Weltanschauungskampf“ gegangen, da sich die NS-Bewegung selbst als Religion verstand und Hitler letztlich einen radikalen Kulturkampf führen wollte.

 Heimatbibliothek jetzt im Internet

 Vechta (ak) - Die Heimatbibliothek in Vechta ist im Internet vertreten. Über 10000 Dokumente und Bücher - ein Viertel des Gesamtbestandes - können derzeit per Online-Suche abgefragt werden. Zu finden ist das Angebot über www.heimatbund-om.de mit dem Link „Die Heimatbibliothek in Vechta“.


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