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Artikel
"Nordwestzeitung" vom 8. März 2004
Heimatbund kritisiert Verwaltungsreform
Delegiertentag Resolution verabschiedet – „Bewährte Beziehungen
gekappt“
BÖSEL/WL - Einstimmig haben die Delegierten des Heimatbundes für das Oldenburger Münsterland eine Resolution zur Verwaltungsreform beschlossen. Auf dem Delegiertentag in Bösel legte der Heimatbund ein Bekenntnis zum Abbau von Bürokratie und zur Notwendigkeit von Rationalisierungen in der öffentlichen Verwaltung ab. Gleichzeitig warnte er jedoch vor der Zerstörung wichtiger gewachsener Strukturen.
In
der mit den Landräten Hans Eveslage (Cloppenburg) und Albert Focke (Vechta)
abgestimmten Erklärung heißt es weiter, bereits die Polizeireform lasse
erkennen, das bewährte Arbeitsbeziehungen im Oldenburger Land gekappt und
bewährte Bindungen zwischen den Landkreisen Vechta und Cloppenburg zerschnitten
werden. Heimatbund-Präsidentin Hildegard Kronlage kritisierte: „Hierzu gehört
die vom Finanzminister vorgesehene Neugliederung beim Staatlichen Baumanagement,
die vom Innenminister unterstützte Neuordnung der Einsatzleitstellen für den
Rettungsdienst, die geplante Auflösung der Vermessungs- und Katasterbehörden und
die Einteilung des Landes in neue statische Regionen.“
Zum Vorprogramm des Delegiertentages hatte Bürgermeister Gerd Höffmann die Delegierten in der St. Martin-Schule begrüßt. Dort stellten Schüler mit ihrem Lehrer Gerd Wieben die Ergebnisse einer Projektwoche zum Kreuzkamp vor.
Bild: Schüler der Hauptschule Bösel unterhielten die Gäste des Delegiertentages und präsentierten die Ergebnisse einer Projektwoche zum Kreuzkampf.
Münsterland klagt: Landesregierung kappt
Bindungen
Verwaltungsreform Heimatbund verweist auf Verfassung – „Zerschlagung
gewachsener Strukturen“
BÖSEL / RR - Der Heimatbund für das Oldenburger Münsterland „besteht“ darauf, dass die geplante Verwaltungsreform „auf der Grundlage des nach wie vor gültigen Artikels 72 der Niedersächsischen Verfassung vorgenommen wird“; dabei müsse deutlicher als bisher spürbar werden, „dass die CDU/FDP- Landesregierung die kulturellen und historischen Belange des ehemaligen Landes Oldenburg durch Gesetzgebung und Verwaltung, wahrt und fördert“. Anlass für diese beim Delegiertentag des Heimatbundes - der Dachorganisation aller heimatlichen Vereinigungen und Körperschaften der Kreise Cloppenburg und Vechta - verabschiedete Erklärung, die mit den CDU-Landräten Eveslage und Focke abgestimmt wurde, sind „Entwicklungsschritte“ der Verwaltungsreform, die offensichtlich darauf abzielten, bewährte Arbeitsbeziehungen im Oldenburgischen zu kappen und bewährte Bindungen zwischen den Kreisen Vechta und Cloppenburg zu zerschneiden.
Außer der Polizeireform und der „willkürlichen Neuordnung der regionalen Zuständigkeiten der Polizeidirektionen“ werden in der Erklärung die vorgesehene Neugliederung beim Staatlichen Baumanagement, die Neuordnung der Einsatzleitstellen für den Rettungsdienst, die geplante Auflösung der Vermessungs- und Katasterämter und die Einteilung des Landes in neue „statistische Regionen“ aufgelistet: In allen diesen Fällen würden Cloppenburg und Vechta jeweils anderen Zuständigkeitsbereichen zugeordnet.
Der Heimatbund, der eine tief greifende Verwaltungsreform durchaus für nötig hält und der betont, dass seine Sympathie „nie den Bezirksregierungen gehört hat“, werde nicht schweigen angesichts der Gefahr, dass gewachsene Strukturen im Land „ohne Aussicht auf bessere Verhältnisse“ zerschlagen werden.